Fährt unser nächstes Auto elektrisch?
Warum fahren wir eigentlich nicht allesamt mit Elektroautos herum? - Elektromotoren haben einen Wirkungsgrad in der Nähe von 100 Prozent, sind sehr wartungsarm, können im Prinzip sogar in der Radnabe montiert werden, weil ihr Drehmoment weniger von der Drehzahl abhängt als beim Benzinmotor, und leise sind sie obendrein. Hinzu kommt, dass Benzin bekanntlich aus druckverflüssigten Sauriern hergestellt wird, und weil die Saurier schon lange alle sind, wird das Benzin immer teurer. - Das Problem sind die Batterien, und mehrere Technologien versprechen, das Problem zu lösen.
Benzin enthält einfach sehr viel mehr Wrrrrmwrrrrm pro Kilogramm oder Kubikmeter als so ein handelsüblicher Akku. Akkumulatoren setzen ihre Energie außerdem durch eine chemische Reaktion frei, die für das Aufladen im Prinzip in umgekehrter Richtung ablaufen muss - und das dauert seine Zeit.
Für das Problem gibt es aber Lösungen:
1. Man nehme sehr viele gute teure Akkuzellen und löte daraus so etwas wie einen sehr großen Handy-Akku. Das ist der Ansatz des schicken, schnellen Tesla-Roadsters. Nachteil: wenn man keine Original-Nokia-Handy-Akkus verwendet, dann explodiert das Handy bekanntlich. Mit anderen Worten: Der Tesla braucht sehr genau aufeinander abgestimmte, teure Energiezellen, weil er sonst an jeder Straßenecke herumexplodiert. Energiezellen, die nicht ewig halten (aber hoffentlich viel länger als in meinem Handy). Und es dauert eine ganze Weile, bis er aufgeladen ist…
2. Man erzeuge den Strom nicht mit einem Akkumulator, sondern mit einer Brennstoffzelle. Brennstoffzellen funktionieren durch die Umkehrung der Knallgaserzeugungsreaktion, an die wir uns noch aus dem Physikunterricht erinnern: wenn man zwei Elektroden in Wasser steckt und den Strom anschaltet, dann steigen Bläschen auf. Diese Bläschen sind Sauerstoff und Wasserstoff, also das leicht entzündliche Knallgas. Statt das Knallgas anzuzünden, kann man es aber auch einfach durch raffiniert konstruierte Elektroden leiten, die es auf sanfte Weise wieder zurück in Wasser und Strom verwandeln. Und weil die Luft bekanntlich jede Menge Sauerstoff enthält, kann man einen Teil des Knallgases zu Hause lassen - es genügt, den Wasserstoff mitzunehmen. Nachteil: Wasserstoff braucht zur Erzeugung sehr, sehr viel Energie. Außerdem ist er leider explosiv. Und schwer zu lagern. Und schwer in den Tank zu füllen. Inzwischen gibt es zwar Ansätze, ihn an andere Elemente zu binden, so dass sich der Wasserstoff praktisch in Pellets pressen läßt, aber dann leidet wieder die Energiedichte.
3. Man nehme einfach bessere Akkus. A123Systems imprägniert sie mit Nanophosphaten, und erhält Akkus, die sich in weniger als fünf Minuten aufladen lassen, zehn Jahre halten und Reichweiten von mehreren hundert Kilometern versprechen. Und am MIT werden mikroskopische Röhrchen aus Kohlenstoff zu Superkondensatoren verklebt, die sich theoretisch in Sekunden aufladen lassen. Leider sind diese Lösungen alle entweder noch nicht im Laden (MIT), oder nur in sehr kleinen, experimentellen Stückzahlen verfügbar (A123).
Chevrolet (man erinnere sich: das ist die des Umweltschutzes gänzlich unverdächtige Firma, die uns den Hummer beschert hat), geht nun einen Mittelweg. In zwei Jahren soll es ein Auto geben, das für 40000 Dollar (also bis dahin ca. 1000 Euro) einen Benzingenerator mit einem preiswerten Akku kombiniert. Der Volt fährt die ersten 50 Kilometer (also auf den allermeisten Fahrten) mit der gespeicherten Energie, die man an der Steckdose in der heimischen Garage tanken kann, und erst danach springt sein Generator an.
Das klingt wie ein praxistauglicher erster Schritt! - Und irgendwann heißt es dann vielleicht nicht mehr: pack den Dino in den Tank…
Schlagworte: Chevvy Volt, Elektroauto




20. Juli 2008 um 16:47 Uhr
KLASSE !
Wann wird diese Technologie auf den Markt kommen ?