Wenn Roboterkinder nach Schönheit suchen

Gestern hatte ich einen interessanten Artikel in meiner Mailbox: Der japanische Universitätsprofessor Tetsuo Suga plant, Computern das Sprechen beizubringen. Nicht etwa, dass er ihnen die Fähigkeit einprogrammiert, irgendwelche Wortfolgen nachzuplappern wie ein Callcenter-Programm, sondern indem er ihnen das Vermögen gibt, Sprache so zu lernen wie ein kleines Kind. Sein Ziel ist ganz anders als das beim Entwickeln von Übersetzungsprogrammen: Er möchte nicht, dass sein Programm so tut, als sei es ein Erwachsener. Wenn Tetsuo Sugas Roboterkind einfache Geschichten verstehen und wiedergeben kann, zunächst so wie ein Zweijähriger, dann wie ein Dreijähriger, und schließlich wie ein Vorschulkind, dann hat er Erfolg gehabt.

Das Interessante an dieser Herangehensweise ist, dass es bei dieser Aufgabe um etwas zutiefst Menschliches geht: zu lernen, zu verstehen. Tetsuo Sugas Programme sollen Raum und Zeit verstehen, Dinge erkennen und beschreiben, ein Konzept von Schönheit, Freude oder Wut entwickeln. Es ist dabei nicht so wichtig, dass Suga von Anfang an Erfolg hat, oder dass die Resultate sich in einem nützlichen Produkt verwerten lassen, sondern dass wir lernen können, was zum Erreichen dieses Ziels notwendig ist.

Das ist anders als die Versuche der Künstliche-Intelligenz-Forschung, Computern das Schachspielen, Autofahren oder Fußballspielen beizubringen. Diese Versuche sind zwar mittlerweile sehr erfolgreich, aber sie führen stets zu schachspielenden Toastern, autofahrenden Toastern oder fußballspielenden Toastern - nicht etwa zu Programmen, die sich verhalten wie echte Menschen.

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