Wie entsteht Erdöl? - Der russisch-westliche Konflikt über die richtige Theorie


Die russische Presseagentur RIA-Novosti tickerte gestern abend, dass eine Gruppe von russischen Wissenschaftlern dabei sei, dem Rätsel der Erdölentstehung auf den Grund zu gehen.

Und zwar auf den Grund des Baikalsees, in den fortwährend Öl aus unterirdischen Quellen leckt (um dort von Mikroorganismen verzehrt zu werden).

„Die fundamentale Frage um die Herkunft von Öl ist bei weitem nicht geklärt“
- Michail Gratschow, Direktor des Sibirischen Forschungsinstituts für Süßgewässer

Huh? - Waren wir uns nicht einig, dass Öl in einigen hundert bis einigen tausend Meter Tiefe, durch das Komprimieren von Dinosauriern (oder, allgemeiner: fossilem organischem Material) entsteht? - Tatsächlich gibt es hier eine Meinungsverschiedenheit. In Russland geht eine Mehrheit der Forscher davon aus, dass das Erdöl seinen Ursprung in anorganischem Material hat, das heißt, unter hohem Druck aus Mineralien (z.B. karbonathaltigem Marmor) statt aus Fossilien entsteht. Wenn diese Annahme richtig ist, dann müßte man Öl in viel größeren Tiefen suchen als bisher, und dementsprechend könnten die Ölreserven auch viel größer sein als bisher angenommen.

Experimente scheinen zu zeigen, dass Öl auf beide Weisen entstehen kann: in geringer Tiefe aus organischem Material, und in hoher Tiefe, bei hohem Temperaturen, aus Mineralien. Allerdings gibt es wahrscheinlich nur sehr wenig nicht-biologisches Erdöl. Wenn die russischen Geologen nicht doch recht haben.

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1 Kommentar zu „Wie entsteht Erdöl? - Der russisch-westliche Konflikt über die richtige Theorie“

  1. Max Mustermann sagt:

    Rein logisch spricht nichts gegen diesen zweiten Weg. Schließlich kann man auch industriell Kohlenstoff und Wasserstoff zu Kohlenwasserstoffen umwandeln. Es spricht sogar einiges dafür, sich diese Methoden genauer anzusehen. Eine Herstellung von Kohlenwasserstoffen (=Benzin) aus dem Kohelndioxid der Luft und normalem Wasser mit Hilfe von Sonnenergie wäre äußerst attraktiv, weil es erstens kohlendioxidneutral ist und zweitens zu einem Energiespeicher führt, der besser beherrschbar als reiner Wasserstoff ist.

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