eBooks auf der Buchmesse

Amazon bereitet die zweite Version seines eBook-Readers “Kindle” vor (das Bild stammt vom BoyGeniusReport, wo es noch mehr davon gibt), während Sony den PRS-700 (Nachfolger des PRS-505, der Nachfolger des PRS-500, der Nachfolger des Librié ist) ab November in die (amerikanischen) Läden bringt.

Sony wird uns mit einem Touchscreen und einem Leselämpchen beglücken, während der Kindle verbesserte Blätter-Tasten und ein viel zu breites Kinn hat und weiterhin als einziger Reader mit einer Mobilfunkverbindung aufwarten kann. Ich bin gespannt, ob für die beiden Geräte auf der Frankfurter Buchmesse auch bekanntgegeben wird, wann man sie in Deutschland kaufen kann.

Die Verlage lassen dem Thema eBook-Reader in diesen Tagen vermehrt Aufmerksamkeit zukommen. Ihnen ist nämlich aufgefallen, dass Amazon bei den Papierbüchern eine solche Marktmacht bekommen hat, dass das Versandhaus ihnen die Margen diktieren kann, und Amazon ist im Begriff, bei eBooks nahezu ein Monopol zu besetzen. Die Betonung der Buchpreisbindung ist vor diesem Hintergrund gewiß das Pfeifen im Walde. Selbstverständlich wären eBooks nämlich eigene Editionen; genausowenig, wie für Soft- und Hardcoverausgaben derselbe Preis verlangt wird, wird man die Preise für eBooks an diejenigen der Printausgaben angleichen…

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2 Kommentare zu „eBooks auf der Buchmesse“

  1. Max Mustermann sagt:

    Zur Buchpreisbindung steht in deinem Link, dass selbstverständlich für e-Bücher andere Preise wie für gedruckte festgelegt werden können - nur einheitlich für ganz Deutschland müssen sie sein. Das halte ich auch für sehr vernünftig, bei den gedruckten Ausgaben erhält dieses Prinzip viele kleine Buchläden am Leben.

  2. Joscha Bach sagt:

    Das finde ich auch. Ich halte die Buchpreisbindung für eine sehr gute Sache! Ich wünsche mir, dass ganz viele Leute von Kultur und Kunst leben können; in so einem Land will ich sein.

    Unabhängig davon werden eBooks den Buchhandel weiter unter Druck setzen, und vermutlich werden sie auch viele Verlage aus dem Geschäft werfen, weil deren Aufgaben: Textauswahl, Lektorat, Marketing, Verkauf, im digitalen Zeitalter auch von entsprechenden Internetplattformen erledigt werden können. Es wird “Instant-Verlage” geben, die sich mit zwei Mausklicks in einer spezialisierten Web2.0-Plattform instanziieren lassen, mit mininaler Marge operieren und ausschließlich digital und print-on-demand publizieren. Daneben wird Amazon wahrscheinlich ein großes Publishing-Frontend entwickeln, wenn sie nicht auf den Kopf gefallen sind. In Zukunft kann der Autor seinen Text direkt bei Amazon hochladen, wo er reviewt und diskutiert und verbessert und schließlich von fünftausend Lesern für fünf Euro aufs Kindle geladen wird.

    Weil es im Netz keine “lokalen” Händler gibt, ist die Vorstellung einer Buchpreisbindung im Internet relativ absurd. Nicht, weil es nicht wünschenswert wäre, sondern weil die Texte direkt ab Verlag heruntergeladen werden können.

    Die “richtigen” Verlage werden die eBooks zusätzlich, nicht anstelle von Papierbüchern produzieren. Das heisst, ihre Produktionskosten bleiben die gleichen, während die Margen sinken. Und anders als bei Musik läßt sich der Buchkonsum nicht beliebig nach oben schrauben: bei einem Buch pro Woche ist für einen arbeitenden Menschen Schluß. Die Verlage haben also allen Grund zu Missvergnügen.

    Vielleicht wird das durch die Chancen für die Autoren, die einen viel größeren Anteil am Buchverkauf erhalten, wieder aufgewogen - es wird vielleicht viel mehr Bücher und viel stärker diversivizierte Genres geben.

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