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	<title>Kommentare zu: Der Lückengott schlägt wieder zu</title>
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	<description>Joscha Bach, KI-Forscher und Dotcommunarde, fühlt dem Internet den Puls.</description>
	<pubDate>Thu, 17 May 2012 04:53:44 +0000</pubDate>
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		<item>
		<title>Von: bach</title>
		<link>http://community.vanityfair.de/blogs/joscha-bach/2008/10/god-of-the-gap/#comment-755</link>
		<dc:creator>bach</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Nov 2008 18:10:52 +0000</pubDate>
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		<description>@Balbina

&lt;cite&gt;Also, ich würde sagen, dass es Materie in der Form, wie es wohl die Meisten glauben, gar nicht gibt und dass Alles Bewusstsein ist&lt;/cite&gt;

Die Vermutung, dass alles Bewußtsein ist, scheint mir zumindestens nicht weniger plausibel als die, dass alles Materie ist. Ich habe aber zwei Schwierigkeiten:

1. Es ist zwar vielleicht nicht ganz klar, was &lt;strong&gt;Materie&lt;/strong&gt; ist, aber wir haben ja meistens zumindestens eine vage Übereinkunft, wovon wir reden: sowas wie extrem kleine Kügelchen, die umeinanderhuschen und aus denen alle fassbaren Dinge gemacht sind, und die Energie entsprechen, und die nicht wirklich Kügelchen sind (sondern vielleicht &lt;em&gt;Quarks&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;Strings&lt;/em&gt; oder was noch Verrückteres), und die auch strenggenommen nicht umherhuschen usw. - aber bei &lt;strong&gt;Bewußtsein&lt;/strong&gt; haben keinen solchen einheitlichen Begriff. Was meinen wir genau mit Bewußtsein?

(Ich vermute, dass Bewußtsein keine Substanz ("res cogitans"), kein Stoff ist, sondern eine Tätigkeit, die bestimmte Systeme ausüben können.)

2. Selbst wenn wir uns auf die Eigenschaften von Bewußtsein einigen können, und darauf, dass wir uns tatsächlich entscheiden können und müssen, ob die Welt entweder aus Materie oder aus Bewußtsein gebastelt ist - aufgrund von welcher Methode sollen wir diese Entscheidung überprüfen und rechtfertigen? Möglicherweise ist Ihr Weltbild geschlossen und widerspruchsfrei, aber ich vermag nicht zu sehen, warum es der Wahrheit näher kommt als jedes andere geschlossene und widerspruchsfreie Weltbild.

Als Esoterikerin, also mit innerem, geoffenbartem Wissen begabter Mensch, haben Sie mein Problem natürlich nicht. Aber ich kann Ihnen natürlich nicht folgen, solange ich Ihren Bewußtseinszustand nicht teile.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Balbina</p>
<p><cite>Also, ich würde sagen, dass es Materie in der Form, wie es wohl die Meisten glauben, gar nicht gibt und dass Alles Bewusstsein ist</cite></p>
<p>Die Vermutung, dass alles Bewußtsein ist, scheint mir zumindestens nicht weniger plausibel als die, dass alles Materie ist. Ich habe aber zwei Schwierigkeiten:</p>
<p>1. Es ist zwar vielleicht nicht ganz klar, was <strong>Materie</strong> ist, aber wir haben ja meistens zumindestens eine vage Übereinkunft, wovon wir reden: sowas wie extrem kleine Kügelchen, die umeinanderhuschen und aus denen alle fassbaren Dinge gemacht sind, und die Energie entsprechen, und die nicht wirklich Kügelchen sind (sondern vielleicht <em>Quarks</em> oder <em>Strings</em> oder was noch Verrückteres), und die auch strenggenommen nicht umherhuschen usw. - aber bei <strong>Bewußtsein</strong> haben keinen solchen einheitlichen Begriff. Was meinen wir genau mit Bewußtsein?</p>
<p>(Ich vermute, dass Bewußtsein keine Substanz (&#8221;res cogitans&#8221;), kein Stoff ist, sondern eine Tätigkeit, die bestimmte Systeme ausüben können.)</p>
<p>2. Selbst wenn wir uns auf die Eigenschaften von Bewußtsein einigen können, und darauf, dass wir uns tatsächlich entscheiden können und müssen, ob die Welt entweder aus Materie oder aus Bewußtsein gebastelt ist - aufgrund von welcher Methode sollen wir diese Entscheidung überprüfen und rechtfertigen? Möglicherweise ist Ihr Weltbild geschlossen und widerspruchsfrei, aber ich vermag nicht zu sehen, warum es der Wahrheit näher kommt als jedes andere geschlossene und widerspruchsfreie Weltbild.</p>
<p>Als Esoterikerin, also mit innerem, geoffenbartem Wissen begabter Mensch, haben Sie mein Problem natürlich nicht. Aber ich kann Ihnen natürlich nicht folgen, solange ich Ihren Bewußtseinszustand nicht teile.</p>
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		<title>Von: bach</title>
		<link>http://community.vanityfair.de/blogs/joscha-bach/2008/10/god-of-the-gap/#comment-754</link>
		<dc:creator>bach</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Nov 2008 17:55:50 +0000</pubDate>
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		<description>@Max

Die "Lücken", in denen Gott tätig werden kann, werden in der Praxis nicht zahlreicher - Gott soll ja kein Lückenbüßer sein, der sich z.B. nur noch um die Synthese eines speziellen Proteins kümmert. Ein befriedigender "Lückengott" ist nicht für Details, sondern für ein ganzes Genre zuständig - z.B. die Erschaffung des Universums, die Entstehung des Lebens, die Entstehung der Arten, die Entstehung des Bewußtseins usw. - Drunter lohnt es kaum. Deshalb wird jeder Erkenntnisfortschritt in eines der "Rätselgenres", z.B. die Entstehung der Arten, von den Fundamentalisten nicht mit der Absicht kritisiert, Gott ein einzelnes Detail (sagen wir, den Gleichgewichtssinn der Fruchtfliege), sondern es geht darum, die Wissenschaftler komplett aus dem jeweiligen Genre zu vertreiben.

Es ist leider auch nicht so, dass sich die wörtlichen Bibelinterpretationen überlebt hätten. Sie sind vor allem in den USA und Großbritannien auf dem Vormarsch.

Die Idee, wissenschaftliche Erklärungen irgendwie mit religiösen in einen Topf zu werfen, finde ich interessant, aber ich glaube, sie führt nicht sehr weit. Wissenschaftliche Theorien (selbst grobe Vereinfachungen in populärwissenschaftlichen Büchern) gehen von der Möglichkeit des Irrtums und dem Ziel des zukünftigen Erkenntniszuwachses aus, und ihre Berechtigung liegt stets in der Güte ihrer Argumente. Der Mythos bedarf nicht des Arguments - er ist einfach eine Erzählung, die einer Frage beigestellt und sozial (z.B. durch eine religiöse Autorität, einen Text, ein Erweckungserlebnis) begründet wird.

Dass Newton Alchemist war, hat möglicherweise etwas mit der Rolle der Alchemie im Kanon der Wissenschaften des 17. Jahrhunderts zu tun.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Max</p>
<p>Die &#8220;Lücken&#8221;, in denen Gott tätig werden kann, werden in der Praxis nicht zahlreicher - Gott soll ja kein Lückenbüßer sein, der sich z.B. nur noch um die Synthese eines speziellen Proteins kümmert. Ein befriedigender &#8220;Lückengott&#8221; ist nicht für Details, sondern für ein ganzes Genre zuständig - z.B. die Erschaffung des Universums, die Entstehung des Lebens, die Entstehung der Arten, die Entstehung des Bewußtseins usw. - Drunter lohnt es kaum. Deshalb wird jeder Erkenntnisfortschritt in eines der &#8220;Rätselgenres&#8221;, z.B. die Entstehung der Arten, von den Fundamentalisten nicht mit der Absicht kritisiert, Gott ein einzelnes Detail (sagen wir, den Gleichgewichtssinn der Fruchtfliege), sondern es geht darum, die Wissenschaftler komplett aus dem jeweiligen Genre zu vertreiben.</p>
<p>Es ist leider auch nicht so, dass sich die wörtlichen Bibelinterpretationen überlebt hätten. Sie sind vor allem in den USA und Großbritannien auf dem Vormarsch.</p>
<p>Die Idee, wissenschaftliche Erklärungen irgendwie mit religiösen in einen Topf zu werfen, finde ich interessant, aber ich glaube, sie führt nicht sehr weit. Wissenschaftliche Theorien (selbst grobe Vereinfachungen in populärwissenschaftlichen Büchern) gehen von der Möglichkeit des Irrtums und dem Ziel des zukünftigen Erkenntniszuwachses aus, und ihre Berechtigung liegt stets in der Güte ihrer Argumente. Der Mythos bedarf nicht des Arguments - er ist einfach eine Erzählung, die einer Frage beigestellt und sozial (z.B. durch eine religiöse Autorität, einen Text, ein Erweckungserlebnis) begründet wird.</p>
<p>Dass Newton Alchemist war, hat möglicherweise etwas mit der Rolle der Alchemie im Kanon der Wissenschaften des 17. Jahrhunderts zu tun.</p>
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		<title>Von: Max Mustermann</title>
		<link>http://community.vanityfair.de/blogs/joscha-bach/2008/10/god-of-the-gap/#comment-664</link>
		<dc:creator>Max Mustermann</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2008 22:06:05 +0000</pubDate>
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		<description>Arithmetische Berechnungen a la "Gott wird mit zunehmendem Wissenszuwachs immer kleiner und machtloser" funktionieren nicht, weil mit zunehmendem Wissen auch die Zahl der offenen Fragen immer größer wird. Man könnte also genauso gut behaupten, Gott würde immer größer. Was sich überlebt, sind bestimmte Ausprägungen von Glauben, z.B. eine wörtliche Auslegung der Bibel. 

Mir erscheint es eher so, dass Wissenschaft selbst an ihren Grenzen neue Metaphysik generiert (heute Urknall oder Paralleluniversen). Das ist wohl ein gesetzmäßiger Prozess, der schon die gesamte Menschheitsgeschichte andauert, als bedeutender Alchemist gilt z.B. Newton. Das, was die Wanderprediger zu Jesus' Zeiten den Menschen erzählt haben, lag damals sicherlich genauso an den Grenzen des Wissens, war für die zu seiner Zeit Lebenden genügend glaub-haft. Die Mythen unserer Zeit stehen stattdessen in den Schlusskapiteln der populärwissenschaftlichen Bücher über Astrophysik, Quantentheorie, der Neurowissenschaften, usw.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Arithmetische Berechnungen a la &#8220;Gott wird mit zunehmendem Wissenszuwachs immer kleiner und machtloser&#8221; funktionieren nicht, weil mit zunehmendem Wissen auch die Zahl der offenen Fragen immer größer wird. Man könnte also genauso gut behaupten, Gott würde immer größer. Was sich überlebt, sind bestimmte Ausprägungen von Glauben, z.B. eine wörtliche Auslegung der Bibel. </p>
<p>Mir erscheint es eher so, dass Wissenschaft selbst an ihren Grenzen neue Metaphysik generiert (heute Urknall oder Paralleluniversen). Das ist wohl ein gesetzmäßiger Prozess, der schon die gesamte Menschheitsgeschichte andauert, als bedeutender Alchemist gilt z.B. Newton. Das, was die Wanderprediger zu Jesus&#8217; Zeiten den Menschen erzählt haben, lag damals sicherlich genauso an den Grenzen des Wissens, war für die zu seiner Zeit Lebenden genügend glaub-haft. Die Mythen unserer Zeit stehen stattdessen in den Schlusskapiteln der populärwissenschaftlichen Bücher über Astrophysik, Quantentheorie, der Neurowissenschaften, usw.</p>
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		<title>Von: Balbina</title>
		<link>http://community.vanityfair.de/blogs/joscha-bach/2008/10/god-of-the-gap/#comment-656</link>
		<dc:creator>Balbina</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2008 07:08:25 +0000</pubDate>
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		<description>Vielleicht ist es ganz anders... Ich denke, die Evolutionisten und die Kreativisten haben eine Art Schieflage. Beide "Philosophien" verteidigen etwas ganz Absurdes, nämlich im Fall der Evolutionstheorie, dass sich das Bewusstsein aus der Materie entwickelt hat und im Fall der Kreationisten, dass der Geist nicht-materiell ist, was voraussetzt, dass es die sogenannte "Materie" in der wahrgenommenen Form überhaupt gibt. Das nenne ich in beiden Fällen naiver Realismus.

Wenn man voraussetzt, dass Alles Schwingung ist, dann entspricht das Wahrgenommene den Frequenzen, die man eben fähig ist, wahrzunehmen, d.h., dass die Materie gar nicht so felsenfest ist, wie sie scheint und dass sie für ein Wesen mit höheren Schwingungen wie Knete sein kann. Wenn man selber anders wahrnehmen kann - die Frequenzen verändern kann, dann verändern sich auch die materiellen Formen - falls man das wünscht. 

Also, ich würde sagen, dass es Materie in der Form, wie es wohl die Meisten glauben, gar nicht gibt und dass Alles Bewusstsein ist, das von den verschiedensten Wesen im Universum, die ebenfalls Bewusstsein sind, in Formen "gegossen" wird, die ihrem aktuellen Bewusstsein entsprechen. Die 3D Realität, in der wir leben, hat eben sehr langsame Vibrations und deshalb ist es relativ schwer, die Formen zu ändern. 

A propos Aerodynamik... Sie ist sicher ein Teil des "Designs" der Erde und der aktuellen Vibrations. Das heisst aber nicht, dass sich das nicht ändert, wenn sich die Wahrnehmung aufgrund höherer Frequenzen ändert. Die sogenannten Naturgesetze sind schließlich auch nur Überzeugungen - ein Ausgangspunkt für die Menschen, gewissermaßen, müssen aber nicht über alle Maßen festgeschrieben werden.

Und auch die Aerodynamik erklärt nicht, warum es den Vogel überhaupt gibt und warum ich ihn so wahrnehme. Alle bekannten Erklärungen führen zu nichts, wenn man nichts über sich SELBST weiß. Deshalb bleibt nach wie vor: Erkenne dich selbst, dann erkennst du Gott (AllesWasIst). 

Übrigens denke ich, dass die Religionen ausgedient haben. Ihr Weltbild ist zu verzerrt und möglicherweise blüht das auch der Wissenschaft, wenn sie ihre Parameter nicht auf den Menschen an sich ausdehnt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht ist es ganz anders&#8230; Ich denke, die Evolutionisten und die Kreativisten haben eine Art Schieflage. Beide &#8220;Philosophien&#8221; verteidigen etwas ganz Absurdes, nämlich im Fall der Evolutionstheorie, dass sich das Bewusstsein aus der Materie entwickelt hat und im Fall der Kreationisten, dass der Geist nicht-materiell ist, was voraussetzt, dass es die sogenannte &#8220;Materie&#8221; in der wahrgenommenen Form überhaupt gibt. Das nenne ich in beiden Fällen naiver Realismus.</p>
<p>Wenn man voraussetzt, dass Alles Schwingung ist, dann entspricht das Wahrgenommene den Frequenzen, die man eben fähig ist, wahrzunehmen, d.h., dass die Materie gar nicht so felsenfest ist, wie sie scheint und dass sie für ein Wesen mit höheren Schwingungen wie Knete sein kann. Wenn man selber anders wahrnehmen kann - die Frequenzen verändern kann, dann verändern sich auch die materiellen Formen - falls man das wünscht. </p>
<p>Also, ich würde sagen, dass es Materie in der Form, wie es wohl die Meisten glauben, gar nicht gibt und dass Alles Bewusstsein ist, das von den verschiedensten Wesen im Universum, die ebenfalls Bewusstsein sind, in Formen &#8220;gegossen&#8221; wird, die ihrem aktuellen Bewusstsein entsprechen. Die 3D Realität, in der wir leben, hat eben sehr langsame Vibrations und deshalb ist es relativ schwer, die Formen zu ändern. </p>
<p>A propos Aerodynamik&#8230; Sie ist sicher ein Teil des &#8220;Designs&#8221; der Erde und der aktuellen Vibrations. Das heisst aber nicht, dass sich das nicht ändert, wenn sich die Wahrnehmung aufgrund höherer Frequenzen ändert. Die sogenannten Naturgesetze sind schließlich auch nur Überzeugungen - ein Ausgangspunkt für die Menschen, gewissermaßen, müssen aber nicht über alle Maßen festgeschrieben werden.</p>
<p>Und auch die Aerodynamik erklärt nicht, warum es den Vogel überhaupt gibt und warum ich ihn so wahrnehme. Alle bekannten Erklärungen führen zu nichts, wenn man nichts über sich SELBST weiß. Deshalb bleibt nach wie vor: Erkenne dich selbst, dann erkennst du Gott (AllesWasIst). </p>
<p>Übrigens denke ich, dass die Religionen ausgedient haben. Ihr Weltbild ist zu verzerrt und möglicherweise blüht das auch der Wissenschaft, wenn sie ihre Parameter nicht auf den Menschen an sich ausdehnt.</p>
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