<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Die Singularität der Künstlichen Intelligenz</title>
	<atom:link href="http://community.vanityfair.de/blogs/joscha-bach/2008/10/singularity/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://community.vanityfair.de/blogs/joscha-bach/2008/10/singularity/</link>
	<description>Joscha Bach, KI-Forscher und Dotcommunarde, fühlt dem Internet den Puls.</description>
	<pubDate>Thu, 17 May 2012 04:55:17 +0000</pubDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.5.1</generator>
		<item>
		<title>Von: bach</title>
		<link>http://community.vanityfair.de/blogs/joscha-bach/2008/10/singularity/#comment-574</link>
		<dc:creator>bach</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Oct 2008 18:12:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.vanityfair.de/blog/joscha-bach/?p=28#comment-574</guid>
		<description>Frank Tiplers "Omegapunkt" ist m.E. keine klassische Post-Singularitäts-KI, sondern mehr ein Substrat, in dem wir aus einem fehlgeleiteten Versuch, christliche Heilsversprechen mit Funktionalismus zu verbinden, irgendwann als Simulakren wiederbelebt werden sollen. Kein Wunder, dass Ihnen das wenig einleuchtend vorkommt.

&lt;cite&gt;"Warum sollen wir diesen Prozess überhaupt vorantreiben?"&lt;/cite&gt;

Warum sollten wir versuchen, den Ursprung des Universums zu verstehen? Warum sollten wir uns verlieben? Warum Kunst machen? Warum sollten wir morgens aufstehen? -- Alles sinnlos. 

Aber ich &lt;em&gt;muss&lt;/em&gt; das tun. Es gibt einfach keine spanndere Frage, als die, wie der Geist funktioniert. Und eine KI (also ein detailliertes, analytisches und testbares Modell unseres Verständnisses) zu bauen ist der beste, vermutlich sogar der einzige Weg, das herauszufinden.

&lt;cite&gt;"Es besteht Hoffnung, dass solche Organisationen ihr “Verhalten” ändern, ehe sie die Umwelt, von denen die Existenz ihrer Teile abhängt, vollständig zerstört haben, weil die “Teile” aufgrund ihres Bewusstseins die Schädlichkeit ihres Tuns erkennen."&lt;/cite&gt;

Die Teile erkennen das meistens schon lange. Ich glaube aber nicht, dass das eine Rolle spielt, solange die Änderung nicht auf der Ebene der Organisationen stattfindet. Und die Evolution der Organisationen hat den Einfluß der Individuen stark zurückgeschnitten (denk' an die Regierungsbeteiligung der Grünen im Bund oder in Hamburg). Und die Organisationen sind bisher nicht auf Systemstabilität, sondern nur auf lokalen Erfolg selektiert. 

Wenn einzelne Krebszellen verstehen, dass der Tumor sich selbst die Grundlage entzieht, dann nützt das nichts. Und wenn sie sich selbst in normale Körperzellen zurückverwandeln könnten, dann würden sie den Wirt nicht retten, sondern lediglich von ihren malignen Nachbarn plattgemacht werden. Krebs kann nicht durch eine Evolution zwischen verschiedenen Tumor-Arten geheilt werden, sondern nur durch ein Immunsystem, und dafür hat die Evolution der Organisationen bisher nicht sorgen können.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Frank Tiplers &#8220;Omegapunkt&#8221; ist m.E. keine klassische Post-Singularitäts-KI, sondern mehr ein Substrat, in dem wir aus einem fehlgeleiteten Versuch, christliche Heilsversprechen mit Funktionalismus zu verbinden, irgendwann als Simulakren wiederbelebt werden sollen. Kein Wunder, dass Ihnen das wenig einleuchtend vorkommt.</p>
<p><cite>&#8220;Warum sollen wir diesen Prozess überhaupt vorantreiben?&#8221;</cite></p>
<p>Warum sollten wir versuchen, den Ursprung des Universums zu verstehen? Warum sollten wir uns verlieben? Warum Kunst machen? Warum sollten wir morgens aufstehen? &#8212; Alles sinnlos. </p>
<p>Aber ich <em>muss</em> das tun. Es gibt einfach keine spanndere Frage, als die, wie der Geist funktioniert. Und eine KI (also ein detailliertes, analytisches und testbares Modell unseres Verständnisses) zu bauen ist der beste, vermutlich sogar der einzige Weg, das herauszufinden.</p>
<p><cite>&#8220;Es besteht Hoffnung, dass solche Organisationen ihr “Verhalten” ändern, ehe sie die Umwelt, von denen die Existenz ihrer Teile abhängt, vollständig zerstört haben, weil die “Teile” aufgrund ihres Bewusstseins die Schädlichkeit ihres Tuns erkennen.&#8221;</cite></p>
<p>Die Teile erkennen das meistens schon lange. Ich glaube aber nicht, dass das eine Rolle spielt, solange die Änderung nicht auf der Ebene der Organisationen stattfindet. Und die Evolution der Organisationen hat den Einfluß der Individuen stark zurückgeschnitten (denk&#8217; an die Regierungsbeteiligung der Grünen im Bund oder in Hamburg). Und die Organisationen sind bisher nicht auf Systemstabilität, sondern nur auf lokalen Erfolg selektiert. </p>
<p>Wenn einzelne Krebszellen verstehen, dass der Tumor sich selbst die Grundlage entzieht, dann nützt das nichts. Und wenn sie sich selbst in normale Körperzellen zurückverwandeln könnten, dann würden sie den Wirt nicht retten, sondern lediglich von ihren malignen Nachbarn plattgemacht werden. Krebs kann nicht durch eine Evolution zwischen verschiedenen Tumor-Arten geheilt werden, sondern nur durch ein Immunsystem, und dafür hat die Evolution der Organisationen bisher nicht sorgen können.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Max Mustermann</title>
		<link>http://community.vanityfair.de/blogs/joscha-bach/2008/10/singularity/#comment-558</link>
		<dc:creator>Max Mustermann</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 03:58:45 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.vanityfair.de/blog/joscha-bach/?p=28#comment-558</guid>
		<description>In deine Liste der Singularäts"autoren" gehört auch Frank Tipler. Ich habe nicht begriffen, warum wir im Omegapunkt wieder auferstehen sollen. Zwar verfügt der Omegapunkt über unendliche (Rechen)Kapazität, aber welchen Sinn sollte für ihn unsere Auferstehung haben? Aber bzgl. der starken KI habe ich sowieso ein Problem: Warum sollen wir diesen Prozess überhaupt vorantreiben? Reichen uns nicht eigentlich Systeme, die uns dort unterstützen, wo wir schlecht sind, z.B. beim Erstellen eines ordentlichen Wetterberichts? Diese Maschine muss nicht intelligent und schon gar nicht bewusst sein, es genügt, dass sie hinreichend schnell rechnet und über geeignete und von uns implementierte Algorithmen verfügt.

Was du im zweiten Teil beschreibst, lässt sich vielleicht auch mit dem Begriff der Emergenz beschreiben. Systeme entwickeln Eigenschaften, die man ihren Bestandteilen nicht ansehen kann. Hierhin passt sehr gut auch der abstrakte Begriff des "Kapitals" - im Gegensatz zu konkreten Organisationen. Es könnte aber in diesen Fällen (Organisationen, Kapital) auch sein, dass die beobachteten Intentionen nur Eigenschaften der gewählten Beschreibungsebene sind. Der Unterschied zu tatsächlich emergenten Systemen könnte dann darin bestehen, dass bei selbigen mindestens die untere Ebene über kein Bewusstsein verfügt (in dem Zusammenhang im Sinne von Fähigkeit zur Selbstreflektion gedacht). In den von dir angesprochenen Organisationen trifft dieses Kriterium nicht mehr zu. Hier sind bereits die Teile (die Akteure) selbst-bewusst, sie können ihr eigenes Verhalten reflektieren und so die Intentionalität der Organisation unterlaufen. Was ich damit sagen will: Es besteht Hoffnung, dass solche Organisationen ihr "Verhalten" ändern, ehe sie die Umwelt, von denen die Existenz ihrer Teile abhängt, vollständig zerstört haben, weil die "Teile" aufgrund ihres Bewusstseins die Schädlichkeit ihres Tuns erkennen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In deine Liste der Singularäts&#8221;autoren&#8221; gehört auch Frank Tipler. Ich habe nicht begriffen, warum wir im Omegapunkt wieder auferstehen sollen. Zwar verfügt der Omegapunkt über unendliche (Rechen)Kapazität, aber welchen Sinn sollte für ihn unsere Auferstehung haben? Aber bzgl. der starken KI habe ich sowieso ein Problem: Warum sollen wir diesen Prozess überhaupt vorantreiben? Reichen uns nicht eigentlich Systeme, die uns dort unterstützen, wo wir schlecht sind, z.B. beim Erstellen eines ordentlichen Wetterberichts? Diese Maschine muss nicht intelligent und schon gar nicht bewusst sein, es genügt, dass sie hinreichend schnell rechnet und über geeignete und von uns implementierte Algorithmen verfügt.</p>
<p>Was du im zweiten Teil beschreibst, lässt sich vielleicht auch mit dem Begriff der Emergenz beschreiben. Systeme entwickeln Eigenschaften, die man ihren Bestandteilen nicht ansehen kann. Hierhin passt sehr gut auch der abstrakte Begriff des &#8220;Kapitals&#8221; - im Gegensatz zu konkreten Organisationen. Es könnte aber in diesen Fällen (Organisationen, Kapital) auch sein, dass die beobachteten Intentionen nur Eigenschaften der gewählten Beschreibungsebene sind. Der Unterschied zu tatsächlich emergenten Systemen könnte dann darin bestehen, dass bei selbigen mindestens die untere Ebene über kein Bewusstsein verfügt (in dem Zusammenhang im Sinne von Fähigkeit zur Selbstreflektion gedacht). In den von dir angesprochenen Organisationen trifft dieses Kriterium nicht mehr zu. Hier sind bereits die Teile (die Akteure) selbst-bewusst, sie können ihr eigenes Verhalten reflektieren und so die Intentionalität der Organisation unterlaufen. Was ich damit sagen will: Es besteht Hoffnung, dass solche Organisationen ihr &#8220;Verhalten&#8221; ändern, ehe sie die Umwelt, von denen die Existenz ihrer Teile abhängt, vollständig zerstört haben, weil die &#8220;Teile&#8221; aufgrund ihres Bewusstseins die Schädlichkeit ihres Tuns erkennen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>

