Mit dieser Kamera wäre “Alien” nicht gedreht worden
(Bild: Red)
Diese Kamera sieht so finster, bösartig, cool, modern, retro-radikal und militant aus, dass “Scarlet” und “EPIC” viel zu harmlose Namen sind, und waffenstarrende Hauptdarsteller in Science-Fiction-Streifen Minderwertigkeitskomplexe kriegen werden, wenn der Kameramann sie in den Fokus nimmt. Ripley hätte sich bestimmt mehr davor gefürchtet als vor dem Alien…
Das muss toll sein: in Kalifornien sitzen und die großartigsten Kameras bauen, die einem einfallen - so, als könnte man alles einfach neu erfinden. Und sich drauf verlassen, dass die Leute sie einem aus den Händen reißen - einfach, weil es praktisch nichts besseres gibt.
Die Leute von Red - Hersteller der praktisch schon legendären Kinokamera “Red One” - haben sich in den letzten Tagen selbst übertroffen, was die Erzeugung von Hype angeht. Ankündigungen von Ankündigungen von Ankündigungen jagten einander, die Fotoforen spekulierten, und die Firmenforen brodelten. Heute wurde endlich der Schleier gelüftet, und wir bekommen die Zukunft mit eigenen Augen zu sehen.
Future cities will be built around it.
(Leser-Kommentar auf Engadget.com)
Scarlet und EPIC sind modulare Kameras, die ganz nach Bedarf aus Einzelkomponenten zusammengeschraubt werden, und die sich gleichermaßen für Video- und Standbildfotographie eignen sollen.
Das Herz bilden die Sensoren, in einer “Brain”-Box verpackt - und die Sensorgrößen reichen von 10,1 x 5,35mm (2/3″) bis zu gigantischen 185 x 56mm (615 “Mysterium Monstro”-Sensor), mit Auflösungen zwischen 4,9 und 261 (!) Megapixeln. (Und mit Preisen zwischen 2500 und 55000 Dollar.)
An das Brain docken ganz nach Bedarf Objektive, Viewfinder, Festplatten- und Flash-Speicher, Prozessoren, Schnittstellenboxen, Fernbedienungsmodule, Akkus, Tragegriffe und Schultergurte an. Auf diese Weise kann alles Mögliche entstehen: von einer handlichen “Scarlet”-Kamera für den Profi-Fotographen, bis hin zum Stereo-Monster für die IMAX-Produktion.
Das Prinzip der “DSMC” (Digitale Stand- und Bewegtbild-Kamera) mit photographischen Wechselobjektiven ist von Canon und Nikon mit ihren beiden letzten DSLRs gerade zaghaft angedacht worden. Mit den neuen Profi-Geräten wird Red der Branche das Fürchten lehren.
Und wenn Canon nachgezogen hat (z.B. indem sie ihre Gehäuse zukünftig auch von den Grafikern von Doom3 und Halflife2 entwerfen lassen), dann wird Red etwas neues auf den Markt bringen: eine Kamera im Design von H.R. Giger…





