Piaggio abominiert den Motorroller
(Bild: Piaggio)
Piaggio hat mal wieder einen Roller gebaut, der nicht nur verwirrend aussieht (es ist ein kurvenlagenfähiges Dreirad), sondern auch verwirrend heisst (nämlich “MP3″).
Die Dreiradbauweise wirkt verblüffend unharmonisch und verleiht dem Gefährt eine Rasenmäherhaftigkeitsanmutung. Sie ist aber bereits in früheren Modellen eingeführt, wo sie 40-Grad-Kurvenlage bei großartiger Bodenhaftung erlauben soll. Außerdem kann man damit an der Kreuzung stehen, ohne den Fuß auf die Straße zu setzen. Und auf den Ständer verzichten. Und ohne Motorradführerschein einen großen Hubraum spazierenführen, denn durch die mehrspurige Bauweise gilt das gute Stück als Auto.
Der MP3 mag von außen als Kreuzung von Rasenmäher und Vespa daherkommen - innen ist er eine Kreuzung aus 125-Kubik-Motor und Elektroantrieb. Wenn die Batterie geladen ist (dauert ca. 3 Stunden), rollt der MP3 bei niedrigen Geschwindigkeiten elektrisch, und bei hohen greift der Elektromotor dem Benziner hilfreich unter die Arme. Durch die Hybridbauweise muss die Batterie nicht besonders groß und schwer ausfallen (im reinen Elektroantrieb reicht sie nur 20km weit). Durch die Kombination sinkt aber der Spritverbrauch - Piaggio peilt 60km pro Liter Benzin an. Und der zusätzliche Antrieb soll den 125er in die Leistungsregionen eines 250er-Motors schubsen.
Preis und Verfügbarkeit? Die sind noch unbekannt. Aber irgendwann Anfang des nächsten Jahres können die ökologisch gesonnenen gutverdienenden Nichtrezessionsopfer unter uns Rollerfahrern ihre Geldkoffer zum Piaggiohändler ihres Vertrauens zerren.
(Via Wired)
Schlagworte: Elektroauto, Hybrid, MP3, Piaggio




14. November 2008 um 09:40 Uhr
Ökologisch wird das aber wohl erst, wenn man ihn auch mit Ökostrom betreibt. Anderenfalls habe ich meine Zweifel, ob die Veredelung von Fossilien zu Strom mehr nicht letzten Endes ineffizienter ist als die direkte Verbrennung.
14. November 2008 um 11:48 Uhr
Ein Benzinmotor hat einen Wirkungsgrad von ca. 25%, Kohlekraftwerke kommen auf 45%. Gas liegt bei 60%, und Blockheizkraftwerke bis 85%. Klar ist die Solarzelle auf dem Dach am besten, aber selbst im schlimmsten Fall ist die CO2-Bilanz bei Strom deutlich besser als bei Benzin. Außerdem lassen sich bei Kraftwerken die sonstigen Emissionen besser kontrollieren.
Beim Fahren macht sich außerdem bemerkbar, dass das Fahren mit Strom nicht nur leiser, sondern auch eine Größenordnung billiger ist als mit Benzin.
14. November 2008 um 12:07 Uhr
Okeh. Daß es billiger ist, will ich gar nicht bestreiten
Daß der Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren so schlecht ist, liegt nahe, ich hatte es wohl kurz vergessen. Zu den Verlusten des Kraftwerkes muß man dann allerdings noch den des Elektromotors rechnen, der allerdings (nach kurzem Googeln) einen Wirkungsgrad von 60-90% bei niedrigen Leistungen und nahe 100% bei hohen Leistungen hat.