Von Null auf Windows in 4 Sekunden

Wenn jemand morgens meinen Einschaltknopf betätigt, dann dauert es ca. dreißig Sekunden, bis ich soweit gebootet habe, dass ich einfache Routinen ausführen und Statusmeldungen ausgeben kann. Nach weiteren fünf Minuten bin ich dann ansprechbar. Ich glaube, meine Bootzeiten sind nicht viel schlechter als die meines PCs. Aber das wird jetzt alles anders, wenn es nach der Taiwanesischen Computerschmiede ASRock geht. Jedenfalls, was den PC betrifft - der ist künftig vor mir wach.

In seeligen Kindheitstagen dauerte es wenige Sekunden, bis mein Computer nach dem Einschaltknopfdruck zu vollem Leben erwachte - aber das war halt ein Commodore 64. Zu diesem beglückenden Zustand kam ich erst zurück, als ich mir Anfang der 1990er einen Acorn Archimedes zulegte: der hatte sein Betriebssystem größtenteils fest im ROM (dem nichtlöschbaren Speicher) eingebrannt. Mit der Zeit - aller paar Monate - kamen aber immer mehr Updates hinzu, die sich dann auf der Festplatte breitmachten und beim Start erst mühsam nachgeladen werden mußten.

Auf meinem Windows-PC kommen die Updates mindestens wöchentlich. Deshalb hilft es auch nicht, ihn einfach immer in den Ruhezustand zu versetzen - er wünscht sich regelmäßige Neustarts. ASRock, eine Firma, die für billige Computerhauptplatinen bekannt ist, hat sich nun einen relativ einfachen Hack ausgedacht: Jedesmal, wenn der Computer runtergefahren wird, startet er sich automatisch komplett neu, und legt sich dann schlafen (d.h. er legt seinen frischen, ausgeruhten Speicherinhalt auf der Festplatte ab). Das Runterfahren dauert also 30-60 Sekunden länger als bisher.
Beim nächsten Einschalten wird der Speicherinhalt komplett von der Festplatte geholt - einschließlich aller Autostartprogramme und dergleichen. Das bedeutet: 4 Sekunden nach dem Einschalten ist der externe Teil meines Gehirns hellwach, komplett mit gestartetem Browser, iTunes und Mailprogramm.
Der Nachteil: ASRocks Hack verträgt sich bisher nicht mit gesetzten User-Passwörtern - er kann deshalb auf vielen Arbeitsplatzrechnern und auf zuhause gemeinsam genutzten PCs nicht eingesetzt werden.

Hier ist noch das alberne Video, mit dem ASRock gerade die Gemeinde erschüttert:

Im Moment klappt InstantBoot mit folgenden Boards:

AMD (Sockel AM2+): AMD 790GX - AOD790GX/128M und AMD 780G - A780GXE/128M
Intel (Sockel 775): P45XE-WiFiN, P45XE-R, P45XE, P45TS-R, P45TS, P45TurboTwins2000 und P43DE.

(Via ZDNet)

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