Das Jahr des Gadgets?
Wirtschaftskrise hin oder her; 2009 wird auf mindestens drei Heim-Elektrik-Gebieten kleine bis mittlere Bahnbrechungen bieten: BlueRay wird sich mit Kino-artiger Bildauflösung und fallenden Preisen ein gutes Stück in den Videomarkt hineinknabbern. eReader kommen auch nach Deutschland und rollen den Early-Adopters-Markt auf, und in den USA werden sie langsam etwas ganz normales. Und Digitalkameras lernen ein paar tolle neue Tricks.
Dieser Autor ist grade mit einer G10 in Madagaskar unterwegs und hellauf begeistert. An dieser Stelle würde ich gern mal anmerken, dass die ganzen Megapixelmiesmacher ziemlich daneben liegen, wenn die Optik gut genug ist: mit 14 Megapixeln kann bei sehr gutem Licht auch ein hervorragendes Poster entstehen. (Die G10 beginnt ab ISO 200 aber zu rauschen, und ISO 400 ist eher für Videos als für Photos zu gebrauchen. Für mich heisst das: meine Motive sollten abends und nachts bitte stillhalten!)
Ansonsten: Was wir grade erleben, ist eine Verlagerung von den Optiken hin zur Software. Auch Kompaktkameras, wie Panasonics ausgezeichnete LX3, verwenden sie zur automatischen Korrektur von chromatischer Abberation; Vignettierung und Verzerrung - mit hervorragenden Ergebnissen. Gesichtserkennung, Objekt-Tracking und Rote-Augen-Korrektur sind gehobener Standard geworden. Gleichzeitig gibt es immer bessere Benutzerinterfaces. Damit ist das Ende der Fahnenstange aber lang nicht erreicht. Warum nicht gradweise Bilddrehung und HDR, ausserdem automatische Scharfzeichnung schnell bewegter Objekte durch den Einsatz von sog. flatternden Verschlüssen? All diese Konzepte sind schon lang praxisreif und einfach einzubauen.
Langfristig vermute ich, dass die Optik zweitrangig werden kann, durch radikal neue Kamera-Konzepte. Statt einer grossen, teuren Linse wird es vielleicht eine Matrix aus kleinen, billigen Optiken und Sensoren geben. Bei Teleskopen klappt das ja auch! Aus den leicht versetzten Einzelbildern kann der Kamera-Prozessor ein Bild mit fast beliebiger Tiefenzeichnung und Dynamik errechnen.
Bis es soweit ist, erleben wir aber noch zwei wichtige Schritte bei den klassischen Konzepten: Kinotaugliches Video wird zum Beinahe Standard bei Spiegelreflexkameras, und die grossen Sensoren aus den Micro-Four-Thirds-Kameras schaffen es in Kompaktkameras. Klar, die Physik kann man nicht austricksen, aber hoffentlich die Marketing-Abteilungen. Es gibt kein physikalisches Gesetz, das für grosse Sensoren auch grosse Kameraformen verlangt.
Schlagworte: Canon G10, Digitalkameras, Gadget-Trends 2009


