Archiv für die Kategorie „Digitale Ökonomie“

EvilReader fürs iPhone

Dienstag, 23. Dezember 2008

Auf dem iPhone tummeln sich inzwischen über ein Dutzend Buchleseprogramme (von denen ich selbst drei verwende, wenn ich grade kein Buch und keinen eBook-Reader mit in der S-Bahn habe). Mit ScrollMotion kommt ein neuer hinzu, der ein bislang ungewohntes Feature mitbringt: Unterstützung für Apples FairPlay-DRM. Einerseits belebt Konkurrenz ja das Geschäft, und vielleicht werden für ScrollMotion Buchtitel erscheinen, die es sonst nicht für das iPhone gibt, aber trotzdem halte ich das für keine gute Nachricht.

Mit DRM werden die Bücher fest ans iPhone gebunden - und ich bin ziemlich sicher, dass ich in drei Jahren ein anderes Lesedingsbums benutze (auch heute lese ich nicht nur auf dem Telefon). DRM ist ein Anti-Feature; die zahlenden Kunden werden gegenüber den Piraten benachteiligt.

Ausserdem ist es vielleicht keine gute Idee, Apple exklusiv entscheiden zu lassen, was Sie und ich lesen dürfen; in der Vergangenheit sind bereits Bücher aus dem AppStore zensiert worden, einfach weil sie gewisse four-letter-words enthielten.
Mit ScrollMotion verdient Apple am Verkauf jedes einzelnen Buchs (anders als z.B. bei Stanza), und das gibt Apple einen Anreiz, anderer Software das Leben schwer zu machen. Hoffen wir, dass es nicht dazu kommt.

(via Teleread)

Datenskandal der Woche

Freitag, 19. Dezember 2008

Bei der Frankfurter Rundschau sind Tausende von Kreditkartenabrechnungen angelandet. Wie konnte es zu dieser undichten Stelle kommen? - Diesmal war ausnahmsweise weder Bestechlichkeit noch die Datengier irgendeines windigen Callcenters Schuld, sondern der Hunger zweier Kurierdienstler…

Was ist passiert? Die beiden haben ein Weihnachtspaket leergefuttert (Stollen!), das für den Chefredakteur der FR bestimmt war. Nach vollbrachter Schandtat packte sie dann das schlechte Gewissen, und sie pappten kurzerhand den Adreßaufkleber des geplünderten Freßpakets auf eine andere Sendung. Die war für die LBB bestimmt (und davon gab es ja sowieso zehn - da fällt ein Verlust ja vielleicht nicht so sehr auf) und Bingo! Das Problem war gelöst.

Ich glaube, unseren Volksvertretern sollte endlich mal klar werden, wie wichtig ein Mindestlohn für die Postzusteller ist! Für einen eigenen Christstollen sollte das Gehalt nämlich schon reichen, wenn wir wollen, dass unsere Kreditkartendaten nicht überall in der Gegend herumflattern…

(Via Tagesschau)

Werden Sie Oiligarch

Montag, 24. November 2008

Wie funktioniert das Ölgeschäft, und wie steigt man zum Ölbaron auf, der Politiker an der Leine spazierenführt und mal eben in die eine oder andere Weltregion einfällt? Und was passiert nach Peak Oil? Probieren Sie’s aus - es ist nämlich nicht nur lehrreich, sondern macht sogar großen Spaß. “Oligarchy” ist ein großartiges kleines Spiel, das als Flash im Webbrowser läuft.

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Ruhe Sanft, olles Windows

Freitag, 7. November 2008

(Bild: Kernelthread)

Nun ist es passiert: Microsoft hat den Stecker aus Windows 3.x gezogen. Ab sofort kann man keine Lizenzen für das erste Microsoft-Betriebssystem mehr kaufen, mit dem es Bills Mannen gelungen war, Apple einigermassen erfolgreich nachzumachen. Eine Ära geht zuende. (Hier ein Überblick über die Ären….)

Falls sich jemand wundert, dass das erst jetzt geschieht: Das Uralt-Windows wurde hier und da immer noch für Ladenkassen, Industriesteuerung und dergleichen verwendet.

Ziehen meine Bücherkisten ins Netz um?

Freitag, 24. Oktober 2008

Seit ein paar Jahren lese ich mehr am Bildschirm und auf dem eBook-Reader als auf Papier - ein nicht unerheblicher Teil meines Bücher- und Zeitschriftenregals befindet sich jetzt auf meiner Festplatte. Genauer: auf Festplatten und Flashspeichern auf meinem Zuhause-PC, meinem Laptop, meinem Arbeits-PC, meinem Reise-Schreib-Laptop, meinem eBook-Reader und meinem iPhone. Weil das ein ziemlich unpraktischer Zustand ist, hat mein Lesematerial eine zweite Wanderungsbewegung angetreten: ich lege es zunehmend online ab. Und weil die Plattformen, die es dafür im Internet gibt, noch nicht so ganz das Gelbe vom Ei sind, haben ein paar Kollegen und ich eine Web-Anwendung zum Speichern, Lesen und Austauschen gebaut. Es gibt darauf geschlossene, sichere Bereiche für den privaten Kram, öffentliche Bereiche für jedermann, und Bereiche, die ich mit Freunden und Kollegen teile.

Diese Woche haben wir uns mal ein Herz gefasst und einen Teil der Funktionen öffentlich gemacht. Das Ganze heisst txtr und kann in einer Beta-Version ausprobiert werden. (Dieser Eintrag ist sozusagen Werbung in eigener Sache!) Ich bin gespannt, wie unser Kind laufen lernt, und ob es eines Tages sogar Flügel bekommt.

eBooks auf der Buchmesse

Freitag, 10. Oktober 2008

Amazon bereitet die zweite Version seines eBook-Readers “Kindle” vor (das Bild stammt vom BoyGeniusReport, wo es noch mehr davon gibt), während Sony den PRS-700 (Nachfolger des PRS-505, der Nachfolger des PRS-500, der Nachfolger des Librié ist) ab November in die (amerikanischen) Läden bringt.
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Die Kreditkrise und das Geheimnis des Geldes

Dienstag, 7. Oktober 2008


(Bild: Max von Bock)

In den USA geschieht gerade Rätselhaftes: Blühende Konsumlandschaften implodieren, und rätselhafte Schwarze Löcher tun sich auf, um urplötzlich unvorstellbare Geldbeträge zu vernichten. Keiner scheint zu wissen, wieviel genau - selbst die Zahl von 700 Milliarden Dollar (mit denen George Bush die Banken stützen will) ist frei aus der Luft gegriffen:

“Das beruht nicht auf konkreten Daten,” sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums am Dienstag zu Forbes.com. “Wir wollten einfach eine richtig große Zahl nehmen.”

Unsere Systemlenker sitzen ratlos im Führerstand eines Kraftwerks mit Unmengen rot blinkender Alarmlämpchen. Verzweifelt und erratisch werfen sie hier und da Schalter herum und gießen Treibstoff in die Turbinen, weil sie wissen, dass sonst wahrscheinlich überall gleich das Licht ausgeht. Es fehlt an Erfahrungswerten und Wissen: Es gab zwar schon mehrere Krisen, aber es ist erst das zweite Mal, dass das Kraftwerk so kurz vor dem totalen Kollaps steht - und beim ersten Mal (1929) ist es leider explodiert.

Dabei war die Katastrophe bereits seit vielen Jahren angekündigt - und spätestens seit 2005 praktisch in aller Munde. Und beunruhigenderweise ist auch manchen “Experten” unklar, warum das passiert ist; selbst unser Außenminister macht irgendwelche diffusen schlechten Emotionen bei den beteiligten Finanzmenschen als Ursache aus: er spricht von Leichtsinn, Gier und Unvernunft als den Ursachen des Debakels. Das ist vergleichsweise albern, ungefähr so, als würde man die unverantwortliche Gier der Stromkunden für einen landesweiten Stromausfall verantwortlich machen, oder den hemmungslosen Fortbewegungsdrang der Autofahrer für den Zusammenbruch einer Brücke. Das Banksystem ist eine systemische, maschinelle Angelegenheit, in der Menschen nur als lokale Nutzenmaximierer vorkommen. Und wenn deren lokale Tätigkeit zum globalen Zusammenbrechen führt, dann liegt der Konstruktionsfehler im System. Die Lösung kann weder in mahnenden Worten an Herrn Ackermann noch in einer kurzfristigen Geldspritze bestehen, sondern nur in einer Neuordnung des Wirtschaftssystems.

Zeit, mal kurz über eine der alltäglichsten Sachen überhaupt nachzudenken: das Geld.
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Ist Google ein Raubkopierer oder ein Kulturbewahrer?

Dienstag, 23. September 2008

Google digitalisiert nicht nur Bücher, Planetenoberflächen, menschliche Beziehungen und den Sternenhimmel, sondern neuerdings auch noch alte Zeitungen. Ist das Raubkopiererei oder Kulturträgerschaft?

Die einen (FAZ) sagen so, die anderen (Daniel) so; ich bin mit den anderen.

(via Stralau)

Digitale Freiheitsberaubung

Montag, 15. September 2008

(Quelle: datenschutzzentrum.de)

Heute vormittag tröpfelten fast zeitgleich drei interessante Headlines über meinen Bildschirm - eine aus der Zeit: BKA-Gesetz: Experten halten es für teilweise verfassungswidrig, eine aus der Tagesschau: Kaum Bedenken gegen BKA-Gesetz. Geplantes Gesetz ist verfassungskonform, und der Stern meinte sogar: Staatsrechtler geben Okay für BKA-Gesetz

Ja was denn nun?

Wie sich zeigt, hat kein einziger der angehörten Experten dem Gesetz seine Verfassungskonformität bescheinigt. Zwar wird das Gesetz trotz der teilweise recht detaillierten Kritik der Experten vermutlich erst einmal durchgewunken, anschließend aber wieder in großen Teilen vom Bundesverfassungsgericht kassiert.

Vielleicht ist man als gelernter DDR-Bürger ein bißchen leichter unangenehm berührt als unsere Abgeordneten bei der heutigen Anhörung zum BKA-Gesetz: die sollen nämlich über die zukünftige Einschränkung unserer Bürgerrechte entscheiden, und sie geben sich dabei teilweise erschütternd unbedarft.
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Informatikstudenten verzweifelt: wir wollen nicht zu Google.

Donnerstag, 11. September 2008

Wie unser ehemaliges Nachrichtenmagazin verlautbart, streben 80% aller Informatikstudenten nach einem Job, der nicht bei Google ist. Sie werden es sehr schwer haben, angesichts des stark schrumpfenden Marktanteils der paar Firmen, die noch nicht Google sind…
Google ist inzwischen das Internet zu klein geworden, und deshalb wollen sie es mehr als verdoppeln. Bekanntlich sind nämlich nur 1,8 Milliarden Menschen im Netz vertreten. Was liegt also näher, als den Rest auch noch anzuschließen?
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Sascha Lobo liebt das Internet

Montag, 8. September 2008

Sascha Lobo liebt das Internet. Er hat recht.

(Via Spreeblick)

Bloomberg bringt Steve Jobs unter die Erde

Freitag, 29. August 2008


(Bild: Worth1000)

Steve Jobs, der Personalcomputer so einfach benutzbar machte wie Telefone, die Art, wie Animationsfilme gemacht werden, veränderte, die Kunden von den Vorteilen digitaler Musik überzeugte und das Mobiltelefon neu erfand, …

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Das automatisch erzeugte Katzenbuch

Samstag, 16. August 2008

(Björns Katzenbuch auf Flickr)

Björn Hartmann sass vor einiger Zeit auf dem Flughafen in Washington fest, und weil er eine Internet-Verbindung hatte, kam ihm eine Idee. Er loggte sich bei Amazons Mechanischem Türken ein, einer Internet-Adresse, bei der man der Allgemeinheit irgendwelche simplen Aufgaben stellen kann. Björn dachte sich zwei Aufgaben aus:

1. Was ist das Verrückteste, das Ihre Katze jemals angestellt hat? Schreiben Sie eine kurze Episode, die von einem Erlebnis mit Ihrer Katze handelt.
2. Malen Sie ein Katzenbild mit dem Microsoft-Paint-Programm.

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Die ultimative iPhone-Anwendung

Mittwoch, 6. August 2008

Armin Heinrich hat den Vogel abgeschossen. Seine iPhone-Anwendung, die seit gestern von Apples “App-Store” aufs Telefon heruntergeladen werden kann, kostet 999,99 Dollar - und sie tut nichts. Außer, dass sie ein rotes Edelstein-Icon zum Display hinzufügt, das allen, die Gelegenheit haben, mit Ihrem Telefon herumzuspielen, mitteilt: Sie sind reich. Und dekadent. Total badass. Sozusagen die Rolex unter den iPhone-Anwendungen.

(Via Valleywag)

Update (7. August): Leider hat Apple die Anwendung schon wieder aus dem Store entfernt. Sie hat sich aber immerhin viermal verkauft…

Update (8. August): Nein, achtmal.

Kuba bekommt Internet

Montag, 21. Juli 2008

Bekanntlich liegt Kuba zwar nur 120km vor Florida, und im Prinzip nur ein Ethernetkabel weit vom schnellem Internet entfernt, aber damit ist’s bekanntlich Essig, weil unsere amerikanischen Freunde dem Castro die Absetzung Batistas bis zum heutigen Tag übelnehmen. Deshalb importieren die Kubaner das Internet aus Italien oder Kanada über langsame, teure Satellitenverbindungen, und lassen es dann in lokalen Proxy-Servern verschimmeln, bis es per Fahrradkurier an die wenigen lizensierten Internetcafés des Landes ausgetragen wird.

Das wird ab 2010 möglichweise anders. Auf Wikileaks kann man erfahren, dass Kuba und Venezuela ein 1500km langes Unterseekabel projektiert haben, das nicht nur die Kubaner an die Gegenwart, sondern nebenher auch noch datentechnisch an Jamaika, Haiti und Trinidad anschließen soll. Wenn da mal kein amerikanischer Anker versehentlich hängenbleibt.

(über FeFes Blog)