
Knoogle klang dann wohl nicht gut genug. Google hat seine Antwort auf Wikipedia “Knol” genannt, und genau an den Stellen alles anders gemacht, wo Wikipedia auf Probleme stieß:
- Wikipedia-Autoren arbeiten unbezahlt, d.h. sind fast immer prokrastinierende (ihrer Dissertation ausweichende) Doktoranden oder dergleichen. Google wird seine Autoren an Werbeeinnahmen beteiligen - proportional zum Erfolg des Artikels.
- Die Autoren haben auf Wikipedia keine Chance, sich einen Namen zu machen. Bei Knol dreht sich alles um den Autor - der kann sich mit eigener Seite präsentieren, authentifizieren und profilieren, was das Zeug hält.
- Kleinkriege zwischen meinungsstarken Autoren ruinieren regelmäßig Wikipedia-Artikel zu kontroversen Themen. Bei Knol entscheiden letztlich nicht die Autoren, sondern die Leser: im Prinzip kann jeder Autor seinen eigenen Artikel beisteuern, wenn ihm die “Parteilinie” nicht zusagt.
Ich bin sehr gespannt, ob Knol tatsächlich das Zeug hat, an Wikipedia vorbeizuziehen, ob es sich zu einem Nischenprodukt für spezielle Inhalte entwickelt, oder ob es einen Zwischenschritt zum überfälligen Wikipedianachfolger darstellt.
Auf Spiegel Online hat Konrad Lischka einen gut recherchierten, im Tonfall sehr skeptischen Artikel geschrieben.