Archiv für Mai 2007

68er ermordeten Romy Schneider!

Donnerstag, 24. Mai 2007

Neues vom Wahn: Die Linken haben noch was angestellt – sie verhagelten uns die “Sissi”-Filme und ihre Darstellerin

In Deutschland zu leben, heißt im Irrenhaus zu leben und Berlin ist die Gummizelle: das weiß man. Wolfgang Koeppen hatte für Bonn einst das Wort “Treibhaus” gefunden, aber das war nichts gegen Berlin. Was hier im Ideen- und Thesentheater im angeblichen geistigen Zentrum Deutschlands vor sich hin und ausgedacht wird, da wünscht man sich das unaufgeregte Bonn zurück.

Zur Obsession der Nazi-Aufarbeitung hat sich hier, das ist das Thema der Berliner Republik, längst als Co-Wahn die Aufarbeitung der 68er im Allgemeinen und der RAF im besonderen gesellt.

Keine neue Erkenntnis, kein geöffnetes Archiv ist notwendig, um in immer neuen Wellen über – je nach Geschmack – die Verdienste oder die Verbrechen (darunter machen es die so genannten Neo-Bürgerlichen nicht) “der 68er” zu reden, frei projeziert auf jedes Opfer das sich anbietet.

Und da man sich automatisch auf die Seite der Schwächeren stellen sollte, möchte ich mich heute dem inzwischen nur noch unbegreiflichen Wahn der Anti-68er zuwenden.
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Unser Dorf soll sauber bleiben

Donnerstag, 17. Mai 2007

Neues aus der Provinz – Berlin-Kreuzberg hat ein neues Motto: Kauft nicht bei…Amis!

Das, was früher im deutschen Sprachgebrauch die Scholle hieß, der Ort des authentischen, unverfälschten Lebens, am besten in Selbstversorgung oder umgeben von glücklichen Kleinhandwerkern, die in ihrem Schaufenster sitzend im Schneidersitz Hemden nähen, das wird im Berliner Sprachgebrauch mit dem Wort “Kiez” beschworen. So, oder so ähnlich soll es im “Kiez” auch zugehen, oder so wird er wenigstens zusammenphantasiert, sonst droht der “Ausverkauf”, die “Kommerzialisierung” oder das “Spekulantentum”, der “Zusammenbruch gewachsener Strukturen”.

Natürlich ist die “Kiez”-Idee vom “authentischen Leben” der reinste Kitsch, wie überhaupt das meiste, was als Lebensformen von der Linken propagiert wurde, der reinste Kitsch war. Gerhard Henschel hat dazu schon vor Jahren das Standardwerk vorgelegt (”Das Blöken der Lämmer – die Linke und der Kitsch”).

Nun ist es wieder so weit: Kreuzberg wehrt sich, und man weiß ja, wenn Deutsche sich wehren, ist Obacht angebracht. Der Grund der neuesten Kreuzberger Aufwallung: McDonald’s plant, in der Wrangelstraße (”Wrangel-Kiez”) eine Filiale aufzumachen.

Vom Kiez-Kitsch sind aber keineswegs die üblichen Schwachsinnigen (”Werdet aktiv, Kreuzberg bleibt McDonalds-frei !!!!!!” – indymedia.org) befallen, auf ORB.de, dem Portal des “Rundfunks Berlin Brandeburg” lesen wir dazu: “Die Nachbarschaft ist ein alternativer Kiez mit gewachsenen Strukturen. Viele kleine Unternehmen gibt es hier, darunter Bäckereien und Imbissbuden. Denen könnte es bald schlechter ergehen: In Kreuzberg war McDonalds bisher überhaupt nicht vertreten. Die meisten Wrangelkiezbewohner haben es nicht vermisst.”
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Vier Gründe für Oman

Freitag, 11. Mai 2007

Warum der Golfstaat das wirklich glückliche Arabien ist

Pressereisen, das sind bekanntlich gesponserte Ausflüge, dazu geschaffen für ein Hotel, eine Fluglinie, ein Land Werbung zu machen.

Auf einer solchen Pressereise war ich kürzlich in Oman. Und ich muss sagen: es hat funktioniert. Oman ist ganz großartig.

Dass ich zu dieser Einschätzung kam, lag nicht an der Tatsache der Pressereise, sondern am Land. Es ist ein Land, dass den anderen arabischen Ländern zeigt, wie’s gemacht wird: Ein Leben ohne Hass auf den Westen und die Amerikaner und Israel ist möglich! Lasst ab! Weil in Oman jene Morgendland-Folklore vorherrscht, die auf angenehme Weise ein Vakuum ausdrückt: Wer überall die omanische Forts-Architektur zitieren muss, in dem er n

Wie es in Oman ist, kann man hier nachlesen, ich möchte meinen Reisebericht aber um ein paar politische Argumente ergänzen.

Vier Gründe für Oman:
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Die Welt als Coverversion

Mittwoch, 2. Mai 2007

1. Mai in Kreuzberg. Als die “Ton, Steine, Scherben”-Coverband auftrat wurde mir auf einmal so einiges klar über die Welt an sich

Gestern am sogenannten “O-Platz” (Oranienplatz) in Kreuzberg. Ich stehe da also zwischen all den Becksbiertrinkern und mache mir wie immer Gedanken, wie der Alarmismus dieser Trippelbrüder und ihre martialische Aufmachung, die ja (wie passt das eigentlich zusammen) immer irgendwie kriegerisch ist (Springerstiefel, obwohl man ja gegen den Krieg ist) und antiamerikanisch ist (vorgetragen in U.S.-Kampfhosen) – wie also der insgesamt doch jämmerliche körperliche und geistige Zustand dieser Gestalten zu vereinbaren ist, mit der behaupteten Größe und Dringlichkeit der Gefahr: Nazis und Bush (ist dasselbe), Faschismus, Rassismus, Neoliberalismus.

Muss man angesichts der Aramada von topfitten Gegnern nicht selbst darauf achten, dass man sich topfit hält für den Endkampf, dass heisst: weniger Rauchen und Trinken, dafür ein bisschen Sport?

Das alles, dieses Revolutionsmuseum, was sollte das alles?

Ich bekam die Lösung so serviert: Aus den Boxen waberten die Klänge einer Live-Band, die Songs der bekannten (und durchaus in ihrem Genre sehr herausragenden Agit-Pop-Band) Ton, Steine, Scherben mehr schlecht als recht nachspielten. Wer sie nicht kennt: “Macht kaputt, was euch kaputt macht”, “Keine Macht für niemand” sind ihre bekanntesten Songs.

Ich zu einem Nachbar: “Aha. Ton-Steine-Scherben Songs. Wie heißt denn die Band, welche dieselben dort oben gerade so schlecht nachspielt?”

“Das sind doch Ton, Steine, Scherben selbst in Originalbesetzung!”, sagte da mein Nachbar. (Der Sänger klang übrigens wirklich ein bisschen wie Rio Reiser, der ja leider tot ist)

Da wurde mir schlagartig die Gesamtidiotie der Welt bewußt. (more…)