Archiv für August 2007

Saudi-Arabien: Ein Witz!

Freitag, 31. August 2007

Lawrence Wright in der American Academy/Berlin

Lawrence Wright hat einen Bestseller geschrieben. “Der Tod wird euch finden”. Darin beschreibt er die Anschläge des 11. September als von Stümpern durchgeführte durch viel Zufall und mit viel Glück erfolgreiche Operation. Die Stümperei in der Vorbereitung des Anschlages wurde nur durch eines noch übertroffen: Die noch größere Stümperei der amerikanischen Geheimdienste.

Vielgerühmt wurde das Werk als nüchterne unpathetische Geschichtserzählung eines großen Stilisten.

Gestern nun stellte Lawrence Wright das Buch in der American Academy in Berlin-Wannsee vor.
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Nike und Missgunst

Freitag, 24. August 2007

Amerika verliert die wichtigste Schlacht: Der DFB bleibt deutsch!

Was kostet der wichtigste Teil der deutschen Identität? Die Erinnerung an Fritz Walter und an das Wunder von Bern. An “aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen”. An München 1974, den Bomber der Nation. An Rom 1990 und Klinsi 2006?

Sie kostet genau 18 Millionen Euro. Pro Jahr.
Auf dieses Geld verzichtet der DFB. Freiwillig.
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Die “DDR”

Donnerstag, 16. August 2007

Unrechtsstaat, Diktatur – oder “autoritärer Sozialismus”?

Der Axel-Springer-Verlag hatte 1987 eine schlechte Idee. Er schaffte die berühmten Anführungszeichen ab und schrieb statt “DDR”, ironiefrei DDR.

Ein Fehler und noch dazu ohne Not begangen kurz vor dem Mauerfall. Springer hatte recht: Weder war die “DDR” demokratisch noch eine Republik (es sei denn man benützte das Wort, um den Gegensatz der Republik zur Monarchie zu kennzeichnen).

Nur deutsch. Ja, das war sie, die “DDR”.

Lassen wir die Springer-”DDR” für einen Text wieder aufleben.

Dankbar ist man für den neuen Mini-Historikerstreit um den Schießbefehl. Denn jetzt weiß man zum Beispiel wieder, wo die Linkspartei herkommt und was der Herr Bartsch, Bundesgeschäftsführer der Partei, für einer ist. Bartsch ist der Meinung, es könne keinen Schießbefehl gegeben haben, denn der hätte gegen geltende Gesetze der “DDR” verstoßen.

Mit derselben Argumentation könnte man der Meinung sein, Pressezensur könne es nicht gegeben haben, denn die war in der Verfassung der “DDR” auch nicht vorgesehen.
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Nicht links, antiwestlich

Mittwoch, 15. August 2007

Sommerlochsensation: Selbst CDU und FDP sind angeblich rot

Die “Zeit” hat kürzlich in einer Umfrage etwas herausgefunden:

Deutschland hat einen Linksdrall: 86 Prozent der Deutschen ordnen sich in der Mitte und links davon ein. Als rechts wollen nur elf Prozent gelten. Bei den Unionsanhängern hat die bekennende Linke (25 Prozent) die bekennende Rechte (22 Prozent) überflügelt. Ein interessantes Detail für Gender-Forscher: Frauen neigen noch etwas mehr nach links als Männer.

Woran liegt das?

Hans-Magnus Enzensberger hat in seinem Essay “Schreckensmänner” ein Paradoxon beschrieben, das wohl auch in dieser Umfrage seine Wirkung entfaltet hat: Es gibt die Tendenz in reichen und sehr reichen Gesellschaften (also Ländern wie Deutschland), das, was an Armut verbleibt, in überproportionaler Weise wahrzunehmen und dieser Wahrnehmung mit großem moralischem und empörtem Gestus Ausdruck zu verleihen.

Das Anklagen der angeblich untragbaren Zustände ist immer Hobby der Mittelschicht gewesen. Und es gilt als “links”.
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Irak spiegelverkehrt

Dienstag, 7. August 2007

Ist im Zweistromland doch alles ganz anders?

Wo steht dieser Satz?

“Ramadi ist ein irritierender Widerspruch zu fast allem, was die Welt über die Situation zu wissen glaubt. Ramadi ist ein Beleg dafür, dass das US-Militär erfolgreicher ist, als es die Welt wahrhaben will. Ramadi zeigt, dass große Teile des Irak, nicht nur die Anbar-Provinz, auch viele andere ländliche Gegenden entlang Euphrat und Tigris heute so gut wie befriedet sind.”

Nein, es ist nicht der “Weekly Standard”, das publizistische Schlachtschiff der sogenannten Neocons.

Es ist der “Spiegel”.
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Stammeln in Stammheim

Mittwoch, 1. August 2007

Auch ein Opfer der RAF: die Sprache

Es gibt die Basement Tapes von Bob Dylan, die White-House-Tapes von Richard Nixon und jetzt auch noch die Stammheim-Tapes von Andi Baader.

Wirklich Neues vom RAF-Wahnsinn erwartet niemand. Die Bänder “historisch” zu nennen, darauf kommt nur, wer sich tief in den RAF-Schrott hineingewühlt hat, so dass er alleine nicht mehr heraus findet. Dass “Ulrike”, damals sagte, man vertraut nur dem Vornamen, und sich mit Ensslin überworfen hatte - hier ist für Historiker noch ein Beweis. Doch welche Historie ist das? Wozu wird sie braucht?

Offensichtlich gibt es bereits eine Art Binnengeschichtsschreibung der RAF, betrieben von hochspezialisierten RAF-Archiv-Wühlern, die so etwas interessiert.

Es werden sich im RAF-Historien-Fetischismus, der sich immer mehr dem Nazi-Geschichtsschreibungs- Fetischismus nähert, sicher noch viele neue Fragen ergeben. Was der Führer vor seinem Selbstmord aß, wissen wir. Spaghetti mit Tomatensoße. Was aß eigentlich Baader vor seinem Untergang?
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