Archiv für September 2007

Bus- und Bettag in Kabul

Mittwoch, 26. September 2007

Die afghanische Leidenschaft für “Modern Benz” und “De Luxe Comfort”

Wenn man im Kabuler Busbahnhof in einen Bus steigt, dann ist es zumeist ein Mercedes-Benz der Baureihe O302, O303 oder O309, Alter zwischen 30 und vierzig Jahren. Die Afghanen beten diese Gefährte an. Die verblichenen Aufschriften der Uralt-Gefährte haben sie nachgemalt -­ und zwar mir Wörtern, die für sie am besten das offensichtlich gelobte, heiss geliebte Land, Deutschland, beschreiben: Reisedienst, Modern, Comfort, de luxe, Frankfurt oder München City und vor allem: Benz.
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Linke für Frauenversklavung

Sonntag, 16. September 2007

Ein desaströses politisches Wochenende

Samstag ist der Tag, an dem man sinnvolle Dinge tun kann. Man verschläft einfach den Nachmittag. Man hört die Bundesliga-Konferenz im Radio. Man stürmt ein neues Berliner Einkaufszentrum bis die Polizei kommen muss und kauft sich dort “Black Hawk Down” für vier Euro. Das Leben hat so viele tolle Möglichkeiten.

Andere haben anderes vor am Samstagnachmittag. Zum Beispiel dafür zu demonstrieren, dass Mädchen in Afghanistan nicht mehr in die Schule gehen dürfen. Oder dass endlich wieder Hinrichtungen im Fussballstadion von Kabul stattfinden können. Oder dass dekadenter Indien-Pop, ja dass überhaupt alle Musik in Afghanistan wieder verboten wird.
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Anti-modern ist modern

Montag, 10. September 2007

Rechte Totschläger, Islam-Konvertiten und wer uns sonst noch alles vernichten will

Wer zynisch ist, würde sagen: Erst wenn wir hier einen ordentlichen Anschlag erlebt haben, wird sich die Dramaturgie des Palavers mal ändern. Eine Dramaturgie, die so geht: Ein Anschlag wird vereitelt. Die Täter sind Muslime, egal ob richtige, den Koran missbrauchende, oder welche auch immer. Sie berufen sich auf ihren Islam. Ehe noch überhaupt der Vorgang in seinem ganzen Ausmaß erhellt worden ist, und natürlich ehe jemand “die Muslime” verantwortlich gemacht hat (jeder, der bis drei zählen kann, würde das nie tun) treten die so genannten Mahner und Warner, eine berufsständisch nicht geschützte aber unglaublich umtriebige Profession, auf den Plan und sagen: Vorsicht! Jetzt bloß nicht “die Muslime” dsikriminieren!

Diesmal war es die sonst keiner Peinlichkeit aus dem Weg gehende Bischöfin Margot Käßmann. Der Käse diesmal: Wir dürfen jetzt nicht zur Islamophobie neigen!
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