Archiv für November 2007

Dirty Harry gegen Al-Kaida

Freitag, 30. November 2007

…und andere Kuriositäten aus einer ereignisreichen Politik-Woche

Ich habe mir – zugegeben mit einiger Verspätung – das Buch “Der Tod wird euch finden” von Lawrence Wright vorgenommen. Das Buch handelt von der Entstehungsgeschichte der Al-Kaida.

Als das Buch im Frühjahr herauskam wurde es vor allem als Enthüllungsbuch über Bin Laden rezipiert: Unfähig sei der Mann gewesen, wenn es, damals in Afghanistan zum Kampf gegen die Russen kam, wurde ihm schlecht vor Angst, ein Hallodri und der 11. September sei sowieso ein Produkt des Zufalls.

Das ist nun aber aus meiner Sicht überhaupt nicht Thema des Buches. Es hat vielmehr eine andere Hauptfigur, den FBI-Mann John o’ Neill. Und das interessanteste an der Figur ist, dass sie ein Hauptthema des amerikanischen Kinos, das Verhältnis des Einzelnen zum Staat, zur seelenlosen Bürokratie offensichtlich live durchlitten hat.
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Ben Wisch you were here

Donnerstag, 22. November 2007

Schröder, Steinmeier, Merkel und der Dalai Lama

So reden Mitglieder einer traditionsreichen Partei, die sich einst die internationale Solidarität auf die Fahnen geschrieben hatte:

Einige Vorfälle, so Gerhard Schröder, hätten jüngst die Gefühle der Chinesen verletzt. Der gegenseitige Respekt und die Souveränität stünden im Mittelpunkt der Beziehungen zwischen China und Deutschland. Aus diesem Grund hätten seine Vorgänger und er den Dalai Lama nicht getroffen, sagte der Altkanzler der Zeitung zufolge weiter.

Gefühle von Diktaturen, die man nicht verletzen will. Wie weit runtergekommen der Laden, der sich SPD nennt inzwischen ist, lässt sich besser nicht beschreiben.
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“Gute soziale Mischung”

Dienstag, 6. November 2007

“Studenten, Handwerker, Künstler, Arme”: Bürger lieben’s anti-bürgerlich

Wir lesen im “Tagesspiegel” über die Wandlung des Berliner Touristenviertels am Hackeschen Markt: Das Viertel sei früher (vor 18 Jahren) “sehr lebendig” gewesen, mit einer “guten sozialen Mischung: Studenten, Handwerker, Künstler, Arme”.

Leben Sie auch in einer solchen “guten sozialen Mischung”, also mitten unter “Studenten, Handwerkern, Künstlern, Armen”?

Ich nicht. Ich lebe in einer äußerst unguten sozialen Mischung. Ich gestehe: Ich lebe in einem Viertel, in dem, ich wage es kaum auszusprechen, das Bürgerliche die dominante Rolle spielt.
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