Die Linke: USA überfallen Polen!

Kritisches Bewusstein, inbesondere historisches Bewusstein, das war immer die Mission der linken.

Jetzt ist Die Linke nicht unbedngt die Linke, wie wir wissen, wählen ja auch rechtsextreme gern Die Linke, währenddessen sie früher ihr Kreuzchen eher selten bei der Linken machten.

Die Linke jedenfalls will nun auch noch was sagen zum Überfall der Russen auf Georgien. Nämlich das:

DIE LINKE bleibt bei ihrer klaren Ablehnung der US-amerikanischen Pläne, Militärbasen in Osteuropa zu errichten. Auf Grund der hohen Aktualität der Lage und im Schatten des Kaukasuskonfliktes fordert DIE LINKE mehr Besonnenheit. Weiteres Aufrüsten kann nicht zu mehr Sicherheit führen, im Gegenteil Aufrüstung schürt Konflikte.

Der von den Polen gewählte Weg, sich nun mit den USA zu verständigen und eine US-Basis zuzulassen belastet das Verhältnis zu Russland. Ob das Abwehrsystem auf den Iran, den Nahen- und Mittleren Osten oder alle anderen Gebiete gerichtet ist, spielt für Frieden und Sicherheit eine untergeordnete Rolle. Es zielt auf die globale Durchsetzung der US-amerikanischen Hegemonie und wird eine Demokratisierung der internationalen Staatenbeziehungen verhindern. Darüber hinaus wird ein konfrontativer Kurs des Ausbaus der NATO vorangetrieben.

DIE LINKE wird sich weiterhin für Abrüstung und Frieden gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Kräften einsetzen, insbesondere aktiv und konkret mit jenen in Polen und Tschechien.

Die Linke fordert mehr Besonnenheit. Allerdings nicht von den Russen, die gerade ein Land überfallen haben, sondern von den USA und den Polen, die – als zwei freie, souveräne Staaten – das gemacht haben, was man halt so macht, wenn man frei und souverän ist: Sie haben Verträge abgeschlossen.

Es steckt darüberhinaus aber auch noch eine andere, versteckte Niederträchtigkeit in dieser Pressemeldung.

Die Linke findet es gar nicht gut, dass Polen, aber auch Tschechien und eben auch Georgien darauf verzichten, einer anderen Macht als den Vereinigten Staaten ihr Schicksal anzuvertrauen. Verlassen wollen die Polen und Tschechen sich jedenfalls auf jeden Fall nicht auf Deutschland oder Russland. Und das aus Gründen, die die Aufarbeitungsvernarrten und geschichtsversessenen Deutschen ja eigentlich wissen sollten.

Stattdessen sollen die Polen und natürlich die USA, bzw. deren “Hegemonie” (”Imperialismus” trauen sie sich im Augenblick nicht zu sagen, jetzt, da ausnahmsweise einmal einer auftaucht, aber “Imperialismus” geht bei der Linken nur mit der Vorsilbe “US”, sonst existiert er nicht) Schuld sein.

Nicht nur an Der Linken kann man mal wieder sehen, was die sogenannte Aufarbeitung in Deutschland Wert ist: nichts.

Das Polen-Ressentiment war übrigens schon in der DDR tief verwurzelt. Die DDR-Bürger fühlten sich in den 80er Jahren wohl in ihrer Nischengesellschaft von Lech Walesa gestört.

Wie übrigens auch: Helmut Schmidt in seiner Entspannungspolitik.

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5 Kommentare zu „Die Linke: USA überfallen Polen!“

  1. Max Mustermann sagt:

    Die Aussage lässt sich in etwa so komprimieren: “Durch die Stationierung amerikanischer Raketen in Polen und Tschechien, die vor allem die USA vor iranischen Atomraketen schützen sollen, die derzeit nicht existieren, werden Polen und Tschechien vor dem Einmarsch deutscher oder russischer Truppen geschützt. Schließlich konnten schon die DDR-Bürger die Polen nicht leiden.” Um diese Logik doof zu finden, muss man eigentlich kein Anhänger der Linken sein.

  2. kaiser sagt:

    UND UM IHRE LOGIK DOOF ZU FINDEN, MUSS MAN NICHT IN DIE CDU EINTRETEN

  3. Max Mustermann sagt:

    Das stimmt, auch hier reicht es, ein Anhänger derselben zu sein.

    Ich gebe mich gern geschlagen, denn gegen Großbuchstaben und fehlende Satzzeichen habe ich keine Chance. Es waren nur zwei Versuche von mir, mit Ihnen zu diskutieren und Ihre Eignung dafür zu testen. Es wird nicht wieder vorkommen, versprochen!

  4. kaiser sagt:

    ich kann auch klein: ihre zusammenfassung meines artikels kann ich trotzdem so nicht stehen lassen. es ging darum, darauf hinzuweisen, dass trotz des allzeit geschichtsbewussten gedröhnes, innere beweggründe der polen und der tschechen sich den usa zuzuwenden als opportunistisch gebrandmarkt werden. dabei sind sie nur allzu verständlich, erst recht nach den letzten entwicklungen (die der gesamte ehemalige ostblock immer befürchtet hatte)

    heute wird das wieder von der linken als “öl ins feuer” gebrandmarkt.

    und was das polen-ressentiment angeht: ich weiss, dass es das in der ddr gab. und es ist auch kein ruhmesbaltt, dass speziell die spd die aufmüpfigen polen als störend bei der ausübung der grosskunst der entspannungspolitik zwischen empfand, die selbstverständlich nur als stück von profis (helmut schmidt/sowjetunion) zur aufführung gelangen sollte.

  5. Billigflieger sagt:

    Die Polen fühlen sich stark weil sie die vermeintliche Unterstützung der USA haben. In Wirklichkeit haben die USA Ihre eigenen Interessen und das heißt im Fall von Polen nur: Wir unterstützen euch nur solange, wie ihr in unserem strategischen Interesse seid. Dessen sollten die Polen sich einmal bewußt werden…

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