Die Papstkritiker-Industrie
Es ist nur ein Nebenaspekt der gegenwärtigen Papst-Krise mit dem nichts entschuldigt wird, was der alte Mann im Vatikan und seine Brüder versäumt haben:
Aber es gibt einen ganzen Berufszweig, dessen gesamte Tätigkeit und gesamte Berufsidentität nur einen Inhalt hat – gegen den Papst zu sein. Und es muss Ihnen gesagt sein, wie schlimm sie sind.
Diese Papstkritiker-Industrie um Hans Küng, Eugen Drewermann und Uta Ranke-Heinemann macht nicht nur Millionenumsätze mit dem Heiligen Vater, bzw. gegen ihn, er ist ihr in Wahrheit ihr ein und alles, ohne ihn wären sie nichts, er ist ihr spiritus rector, ihr Brötchengeber, er gibt ihnen Halt. Diese negative Berufsidentität “Papst-Kritiker”, auch “Kirche von unten” gehört dazu, ist das Feld hemmungsloser, narzistisch extrem gestörter Dauerbeschaller der Talkshows. Man mag dem Papst allerlei Unsinn unterstellen. Nie würde der Papst aber am Abend des 11. September 2001 die Geschmacklosigkeit und Ungeheuerlichkeit produzieren, die Tat von New York als Botschaft verzweifelter junger Männer zu bewerten, die in Wahrheit um Liebe betteln, die wir ihnen aber in westlicher Hybris und Arroganz verwehrt haben. Nein, der Papst würde sowas nicht sagen. Eugen Drewermann schon. Ich war live dabei vor dem Radiokasten.
Ist man erstmal in den moralischen Stand des Papstkritikers aufgestiegen, dann gilt offensichtlich das, was die Papstkritiker-Industrie dem armen Objekt ihrer Machenschaften nicht zugestehen wollen: Unfehlbarkeit.
Dabei gäbe es eine klare und saubere Lösung für die Papstkritiker-Industrie, aber die ist für diese schwer gestörten Narzissten nicht gangbar – ist doch der Titel des Opfers und Widerstandskämpfers der am meisten begehrte.
Sie sind gegen das Zölibat. Sie sind gegen die Unfehlbarkeit des Papstes. Sie sind gegen das Verbot Frauen als Priester zu weihen. Sie bezweifeln die Jungfrauengeburt. Es gab schon mal einen, der gegen all das war.
Er hieß Martin Luther und gründete einen neuen Verein, in dem das alles abgeschafft war. Der hieß evangelische Kirche und kann noch Mitglieder gebrauchen.
Wäre es dann nicht naheliegend, endlich Ruhe zu geben und aus dem Verein, dessen fundamentale Prinzipien man ablehnt, einfach auszutreten und in den neuen Verein, der ist ja immerhin auch 500 Jahre alt, einzutreten?
Ich trete ja auch nicht in die FDP ein um anschließend einen Arbeitskreis Kommunismus-Jetzt! zu gründen.
Aber das ist wohl zu einfach gedacht. Die Umsätze der Papstkritiker-Industrie und der narzistische Gewinn als Opfer des bösen Katholizismus zu gelten, der ist einfach zu hoch.
Aber muss man mit der eigenen narzisstischen Störung unablässig unschuldige Christen belästigen?



4. Februar 2009 um 00:01 Uhr
vielen Dank für diesen hervorragenden Kommentar!!!
4. Februar 2009 um 00:03 Uhr
Herzlichen Dank für diesen herrlich treffenden Kommentar!
4. Februar 2009 um 00:25 Uhr
In den letzten Tagen gabs ja leider nicht viel zu lachen, deshalb herzlichen Dank für diesen herrlichen Artikel.
4. Februar 2009 um 00:50 Uhr
Habe nichts hinzuzufügen. Man wundert sich, aber man steckt halt nicht drin. Danke!
4. Februar 2009 um 01:29 Uhr
[...] Marcel Lefebvre hat darüber hinaus, die Papst-Kritiker-Industrie auf den Plan gerufen, wie es Jost Kaiser in seinem Politik-Blog [...]
4. Februar 2009 um 03:07 Uhr
Danke für Ihren Text - eine Wohltat! Ich habe Hrn. Küng in den letzten Tagen gefühlte 999mal in seiner Lebensrolle als Weltenrichter über die katholische Kirche in den Medien erlebt. Und das bei einem Thema, das nun leider wirklich sehr ernst und bedenkenswert ist. Wie kann das sein??? Es gibt unzählige ernstzunehmende Theologen, Kirchenmänner und -frauen, warum wird immer wieder diesen grotesken Paradekritikern überall - und mit höchstem Respekt! - ein Forum für ihre immer gleichen Phrasen geboten?
4. Februar 2009 um 08:52 Uhr
Sehr treffend, und im Kern haben Sie auch mit Ihrem Verweis auf den Protestantismus Recht, in dem der Geist des Selbst-Urteilens ja in der Tat verwirklicht ist. Trotzdem ist Ihr historischer Verweis auf Martin Luther in dieser Form nicht richtig. Über die anderen Punkte mag man streiten und vielleicht auch eine Entwicklung bei Luther feststellen, aber daß er jemals irgendwo auch nur im Ansatz die jungfräuliche Geburt des Herrn bezweifelt hätte, das wäre mir neu.
4. Februar 2009 um 09:51 Uhr
Da hat Twex wohl recht-JK
4. Februar 2009 um 10:10 Uhr
Herzlichen Dank für die klaren und eindeutigen Worte.
VOLLSTE ZUSTIMMUNG!!!!
P. Christoph Blohberger +
Evangelikal-Episkopale Kirche
4. Februar 2009 um 10:37 Uhr
Papst-Bashing bringt nicht nur im Zweifelsfall Geld, sondern ist auch schön gefahrlos. Da vertritt man sich eher auf dem Weg zur Bank den Fuß, als dass ein währschafter Schweizergardist auch nur den Personalausweis zu sehen begehrte.
Vielleicht macht ja gerade das die Papstkritiker extra rappelig: Noch nicht mal ordentlich Märtyrern kann man mehr - so langweilig ist das öffentliche Rummaulen geworden.
Und sollte von Rom doch mal konsequent ein Abbiegen auf der Karriereleiter, der innerkirchlichen, nahegelegt werden, ist das ungefähr so folgenreich wie die so mutige Aufforderung Elke Heidenreichs, man möge sie doch, bitteschön, rausschmeißen.
4. Februar 2009 um 12:04 Uhr
[...] mal ein kluger Text zum Thema. Jost Kaiser - Politik-Blog - VANITYFAIR.DE
4. Februar 2009 um 13:19 Uhr
Endlich, endlich kommt mal etwas Sinn und Verstand in die Diskussion! Mir dreht sich schon seit Tagen der Magen um, wenn ich was von einer “Rehabilitierung” der Pius-Bruderschaft-Bischöfe höre: da reden Leute wie der Blinde von der Farbe; Journalisten und Politiker, die den Küng, Drewermanns und Ranke-Heinemanns dieser Welt schon seit Jahren auf den Leim gehen und von Glauben und katholischer Kirche so viel Ahnung haben wie ich von der Spektralanalyse - nämlich gar keine. Die Konsequenz dieses vor allem medialen Desasters muß sein: Katholiken, beginnt endlich den Marsch durch die Instanzen und Institutionen! Seid sachkundig präsent und meldet Euch hörbar und freundlich-nervig zu Wort! Überlaßt das Feld nicht den unsäglichen Dilettanten, die noch jeden religiösen Sachverhalt in die Richtung derer drehen, die ein genuines Interesse am Ansehensverlust der katholischen Kirche haben - die Relativisten, Wohlfühltheologen und Betroffenheitskaufleute jedlicher Couleur, die noch immer vor jeder echten religiösen Überzeugung zurückschrecken wie - ja, wie eben der Teufel vor dem Weihwasser.
4. Februar 2009 um 13:45 Uhr
>Wäre es dann nicht naheliegend, endlich Ruhe zu geben und aus dem Verein, dessen fundamentale Prinzipien man ablehnt, einfach auszutreten
Genau das habe ich bei einer Diskussion mal einer Frau aus meiner Gemeinde geraten, die Priesterinnen wollte und den Zölibat ablehnte. Ich schlug ihr vor, in die Anglikanische Kirche einzutreten, weil es dort das alles gibt. Zur Antwort bekam ich etwas von Totschlagargument zu hören, mit dem man kritische Geister aus der Kirche treiben will. Bloß auszutreten scheint wirklich zu einfach zu sein.
4. Februar 2009 um 15:03 Uhr
Herzlichen Dank!
Endlich mal wieder etwas zum Lachen!
5. Februar 2009 um 00:48 Uhr
Perfekt in Formulierung und Inhalt. Herzlichen Dank!
5. Februar 2009 um 11:43 Uhr
Ganz herzlichen Dank!
Sie haben es auf den Punkt gebracht.
Ich mußte sofort an einen Satz denken, den man in den 1970er Jahren all denen sagte, die meinten, in der DDR wäre alles besser: “Dann gehen se doch rüber!”
5. Februar 2009 um 23:09 Uhr
Ganz herzlichen Dank für Ihren - auch sprachlich! - wunderbaren Text, der mir sehr aus der Seele spricht.
Die von Ihnen angesprochenen Herr- und Frauschaften führen kaum ein Wort öfter im Mund als “Toleranz”. Warum sind sie dann nicht selber so tolerant, uns Katholiken einfach katholisch sein zu lassen und selber dorthin zu gehen, wo all ihre Vorstellungen bereits verwirklicht sind und zusehends den Bach runtergehen???
5. Februar 2009 um 23:44 Uhr
wow.
gut gesagt.
das ganze ist allerdings nicht nur Privatverdienst von Küng-Kong, sondern ein Milliarden-Geschäft der Journalisten-Industrie. Ein deutliches Zeichen für die finanzielle Übertreibung des aktuellen Jahrzehnts. Unser Land würde funktionieren mit nur einem Zehntel dieser Typen.
6. Februar 2009 um 01:02 Uhr
Vollste Zustimmung
(Denn den einen Kritikpunkt hat ja Twex schon genannt.)
Aber um Drewermann gegenüber fair zu sein (denn der hat’s schon schwer genug, er muß immerhin lebenslang Drewermann sein, ganz ohne Gretchen und Helena): hat der diesmal eigentlich schon was gesagt? Ich habe noch nichts gehört! Vielleicht war es doch sein größter Fehler, aus der Kirche auszutreten, was obige Beschreibung aufs Beste bestätigt!
6. Februar 2009 um 01:09 Uhr
Frank,
“Zur Antwort bekam ich etwas von Totschlagargument zu hören, mit dem man kritische Geister aus der Kirche treiben will.”
Das ist es eben. Den Papstkritikern etc. geht es ja nicht darum, daß sie das alles nicht haben wollen (soviel ich weiß will Küng nicht heiraten und Drewermann kriegt ohnehin … aber lassen wir das. Und URH ist nun zu alt, um noch die Priesterin zu geben.)
Nein. Niemand soll das haben dürfen. Es gibt zig andersartige christliche Gruppierungen. Es geht ihnen aber darum, die eine ihnen nicht passende zu zerstören.
6. Februar 2009 um 10:58 Uhr
Unabhängig von der aktuellen Diskussion bzw.deren Auslöser: Wäre ich kein Papstkritiker und kein Kirchenkritiker könnte ich nicht mehr glauen. (Ich bin übrigens katholischer Christ und habe nicht vor den Verein zu wechseln)
6. Februar 2009 um 11:29 Uhr
Korrigiere hiermit meinen obigen Rechtschreibfehler: glauben.
Mir fällt auf, über diesen Begriff wurde gar nicht geschrieben. Macht auch nichts.
6. Februar 2009 um 12:25 Uhr
[...] - zur “Papstkritiker-Industrie” [...]
6. Februar 2009 um 22:54 Uhr
Wunderbar auf den Punkt gebracht. Merci!
10. Februar 2009 um 19:57 Uhr
Sehr interessant und sehr selektive Wahrnehmung. Wenn ich all die Berichte über den von Ihren Kollegen und Ihrer Zunft heraufbeschorenen Skandal (Papst rehabilitiert Holocoustleugner war der Aufmacher in vielen Zeitungen) dann waren es doch gerade die Papsttreuen, die sich in den Vordergrund geschoben haben und mit sehr viel Polemik argumentierten.
Die kath. Kirche ist eben nicht nur ein Verein von blinden Ja-Sagern, sondern Gott sei Dank auch von kritischen Geistern, die erkannt haben, dass sie ein eigenes Gewissen haben und danach handeln können und nicht auf Äußerungen eines alten Mannes in Rom hören müssen.
12. Februar 2009 um 16:36 Uhr
@Wolfgang:
Müssen sie eben wohl und zu Recht !
http://www.korrektheiten.com/2009/02/06/tu-es-petrus/
16. Februar 2009 um 15:06 Uhr
[...] 3.02.2009: Die Papstkritiker-Industrie: http://community.vanityfair.de/blogs/jost-kaiser/2009/02/die-papstkritiker-industrie/ [...]
20. Februar 2009 um 19:33 Uhr
[...] Februar 20, 2009 “Diese Papstkritiker-Industrie um Hans Küng, Eugen Drewermann und Uta Ranke-Heinemann macht n… [...]
24. Februar 2009 um 22:17 Uhr
Der Kommentar von Jost Kaiser trifft ins Schwarze. Ich fände es sehr gut, wenn er in einer größeren Zeitung - wie der FAZ - veröffentlicht würde. - Ob seriöse Protestanten mit einem eitlen Selbstdarsteller wie Küng glücklich wären, mag dahingestellt bleiben.
13. März 2009 um 11:27 Uhr
Mein Gott, Kaiser, warum nur wüten Sie so blind gegen so hellsichtige Kirchenkritiker wie Drewermann oder Küng? Warum machen Sie sich selbst so halbwissend ignorant, so latent agressiv zum Meister der narzistischen Selbstoffenbarung? Nach diesem Kommentar sind Sie nicht einmal mehr durch die Formel “Si tacuisses philosophus mansisses” zu retten. Mehr Lesen, Junge!
Nach-denken, wenn Vor-denken nicht geht!
7. April 2009 um 18:51 Uhr
Diese These ist natürlich totlaer Schwachsinn und der Autor hat sicherlich keine Ahnung was in den Büchern von Küng und Drewermann steht. bitte einfach mal amazon auf die bücher von denbeiden prüfen, dann sieht man womit sie sich beschäftigen, Kirchenkritik ist der wenigste Teil. Wirklich, so ein Holzkopf…
13. April 2009 um 10:21 Uhr
Was soll man davon halten? In Ihrem vorigen Blogeintrag stellen Sie fest: “Angenehm vielen Deutschen, nur leicht aufgerundete 100 Prozent, ist es völlig egal, welcher irrer, sowieso schon tote Sektierer vom Papst gerade begnadigt wird und ob in Zukunft lateinisch geredet wird im katholischen Gottesdienst, den sie auch weiterhin nicht besuchen werden.” [Zeichensetzungs-, grammatikalische und Rechtschreibfehler im Original!] Und nun sehen wir, wie gefühlte 101% der Deutschen, allen voran “Das Merkel” die antikatholische Sau rauslassen, ein Umstand, den Sie hier treffend kommentieren. 101%, denen der Papst, glaubt man ihrem vorigen Blogeintrag, doch eigentlich schnurzpiepegal sein sollte.
Kann es sein dass Journalisten, genauso wie Papstkritiker “make up their shit as they go along”, wie es so schön (und unübersetzbar) im Englischen heißt? Von irgendetwas leben müssen sie (und Sie) schließlich auch.
29. Juni 2009 um 09:08 Uhr
Das Zitat der Woche…
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Vom «vernünftigen» Glauben
Hans Küng
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Auch Sie – ich muß hier klar reden – stehen damit vor einer Alternative: Entweder – Sie sterben ins Nichts hinein: Ist das Ihre Einstellung, will ich ihr den Respekt nicht versagen. Diese…
16. März 2010 um 03:10 Uhr
Nur mal so:
Uta Ranke-Heinemann klingt immer, wie eine verschmähte Verliebte.
Sie studierte Theologie mit Josef Ratzinger, heute Papst, war mit ihm “befreundet”…
Hätte sie ihn gerne geheiratet? Oder gerne eine Affaire mit einem der anderen Theologen gehabt?
Jammert sie wegen nie gehabten Gelegenheiten?
So ein Pech aber auch, daß sie den zukünftigen - und Priestern nicht ans Gewand durfte!
Siegmund Freud läßt grüßen!!!
Warum sie überhaupt zum Katholizismus konvertierte - nur zum Meckern? Denn wenn man sie in Talkshows quasseln hört, braucht man Ohrstöpsel.
17. Mai 2010 um 20:23 Uhr
Ein guter Text , einfach klasse geschreiben, was will man da groß noch dazu sagen, als einfach Danke!!!!!!!!!!!!
24. Mai 2010 um 19:54 Uhr
Hallo Herr Kaiser,
erst heute habe ich ihren Super-Kommentar per glücklichem Zufall entdeckt. Ich habe mich köstlich darüber amüsiert, wie spritzig und absolut treffend Sie die Papst-Kritiker-Maschinerie skizziert haben.
Ich werde Ihren Text in meinem Bekanntenkreis weiterempfehlen.
Vielen Dank und
Frohe Pfingsten !
24. Mai 2010 um 20:19 Uhr
Endlich mal einer, der mit launigen Worten die treffende Wahrheit sagt. Das tut echt gut. Cool! Und nicht aufhören !
11. August 2010 um 23:08 Uhr
Herzlichen Dank!
Zur Papstkritikerindustrie gehören aber auch jene, die deren Kritikmüll kaufen und dieselbige weiter ermutigen, weiteren Kritikmüll zu produzieren. Man gehe nur einmal in eine öffentliche Bücherei und schaue, was für “katholische” Literatur dasteht …