Archiv für die Kategorie „Deutschland“

Berliner mit Fahne

Sonntag, 27. Juli 2008

In der deutschen Hauptstadt legt Obama den Grundstein für seine Niederlage im Herbst

Wenn die Straße des 17. Juni in Berlin abgesperrt wird, Würstchenbuden, Bierstände und Fernsehleinwände aufgebaut werden, gibt es immer sympathische Verlierer zu feiern.

Verlierer, die für die große Emotion sorgten, von denen man aber immer befürchtete und wusste, dass sie es eigentlich nicht schaffen können.

Zur Abwechslung kam dieses mal nicht die deutsche Fußballnationalmannschaft – diesmal kam Barack Obama, der kommende Präsident der Herzen, der Mann, der im Herbst deutlicher als erwartet die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten verlieren wird.
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Humor der Friedensbewegung

Donnerstag, 24. Juli 2008

Worüber Menschen so lachen, die sich auf dem moralischen Hochsitz wähnen

Dass auf der sogenannten Friedensbewegung kein Segen ruht, konnte man schon zu ihren Anfängen wissen. Nicht nur, dass sie von Anfang an eine Unterorganisation der Hauptabteilung Aufklärung des Staatssicherheitsdienstes der Deutschen Demokratischen Republik war, sie pflegte auch noch einen unangenehmen Linksnationalismus, der sich vom braunen Blut-und-Boden-Nationalismus in quasi nichts unterschied.
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Selbstmord, staatlich legitimiert

Donnerstag, 10. Juli 2008

Ein neuer bürgerlicher Radikalismus: der hysterische Schrei nach staatlicher “Sterbehilfe”

Montag, 10:00. Deutschlandfunk, Sendung “Kontrovers”. Wer wissen will, wie das Mittelschichts-Volk tickt, der muss hier reinhören.

Die Sendung ist schon seit Jahren Ort einer immer unverhohleneren Abneigung, ja eines regelrechten Hasses gegen “die da oben”, die “Politikerkaste”.

Am letzten Montag war das Thema Sterbehilfe dran. Der augenblickliche große Aufreger. Stargast: Roger Kusch.

Allgemeine Stimmung der durchgestellten Hörer: nicht ein einziger wendet sich gegen die von Kusch geforderte Legitimierung der aktiven Sterbehilfe.
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Die Würde des Amtes? Welche?

Freitag, 23. Mai 2008

Warum zwei Bundespräsidenten-Kandidaten nichts und niemanden “beschädigen”

Der Rationalisierungswahn bringt auch einmal gute Verschläge zutage: Vor Jahren kam die Idee auf, das Amt des Bundespräsidenten in dem des zweiten Mannes im Staate, des Bundestagspräsidenten, aufgehen zu lassen. Kurzum: Das Amt des Mannes, der kaum etwas zu melden hat, aber um den umso mehr ein Mythos von der angeblichen Kraft der Rede verbreitet wird, abzuschaffen.

Der Gedanke ist klar: Die Aufgabe des Bundespräsidenten, die ewige Sonntagsrede, die Rolle des notorischen “Mahners und Warners”, der angebliche “unbequeme Wahrheiten” ausspricht ist kein Vollzeitjob – das, was Günter Grass von diesem umfangreichen Aufgabenfeld noch übrig lässt – nicht viel – das kann der Bundestagspräsident an einem Tag in der Woche erledigen.
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60 Jahre deutsche Neurose

Donnerstag, 15. Mai 2008

60 Jahre Israel: zwischen Schwärmerei und brüsker Ablehnung. Kurze Geschichte einer Obsession

2003 gab die EU-Kommission eine Umfrage in Auftrag, die nichts anderes ergab, als dass Israel wohl so etwas wie eine Großmacht sein muss. Offensichtlich allerdings nur eine Fernsehgroßmacht, die unablässig den Fernsehkasten vollmacht.
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Get Carter!

Freitag, 2. Mai 2008

Die amerikanische Nervensäge: Jimmy Carter spielt Weltpolitik – wie schon zu seiner Amtszeit als US-Präsident

Was von Jimmy Carter zu halten ist, das hat der Größte unter den Grossen, Helmut Schmidt schon ganz früh gewusst.

Dass Carter zur Zeit durch den Nahen Osten irrlichtert und mit der Hamas spricht, davon phantasiert, die Hamas würde Israel anerkennen, was diese umgehend und logischerweise sofort dementiert (”Niemals!”), das passt zum Mann aus Georgia.

Der hat immer schon auf die Erdnuss bekommen: Zu Recht.
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Sauberer Antikapitalismus

Montag, 21. April 2008

Franziska Drohsel will die Sprache der Linken ändern, um das ausdrücken zu können, was auch Nazis denken

Es gibt Menschen, die stehen morgens auf und sofort meldet sich die quälende Frage zu Wort, mit der sie schon am Abend zuvor ihren unruhigen Schlaf gesunken sind: Wie kann ich dem internationalen Finanzkapital den Garaus machen, wenn ich es wegen der Sache mit den Juden nicht mal so nennen darf? Wie den Kapitalismus fertig machen, wenn auch die Nazis gegen ihn waren? Wie kann ich wie ein Nazi reden, ohne einer zu sein?

Es ist das klassische deutsche Problem.
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Schmidt! Schnauze!

Dienstag, 8. April 2008

Das hat der Altbundeskanzler aber nicht verdient: Er ist doch so genannter “Kult”. Aber Kult ist das Hobby der Dummen

Der so genannte “Kult” ist das Hobby der Dummen. Wo alles gleich erscheint, versprechen Schrullen und Entgleisungen von früher, auch wenn es sich nur um Dinge handelt, die einst ganz normal waren und heute nur seltsam erscheinen, Originalität und Authentizität.

Und wer sich zum “Kult”, seien es alte Schlager oder DDR-Trikots aus den 70er Jahren, oder sei es eben Helmut Schmidt bekennt, der glaubt er beweise Kennerwissen und Originalitätsempfinden. Letzteres scheitert aber schon meistens daran, dass “Kult” meistens mit geistiger Gleichschaltung und Selbstentwürdigung (man denke nur an die ironisierende Schlagerwelle der 90er) verbunden ist.
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Die westliche Star Alliance

Dienstag, 25. März 2008

Live aus USA: Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug

“We”/”Support”/”Our troops” – es sind gleich drei Begriffe, die Deutsche nicht können.

In Deutschland kennt man kein politisches “Wir”, es sei denn in der unangenehmsten Weise, in der es keine Parteien mehr gibt. Anders Amerika: Nirgendwo gibt es mehr Streit, aber die Truppen, so sie denn ausgerückt sind, “unsere” und die werden selbstverständlich “unterstützt”.

“Unsere Truppen” gibt es hierzulande nicht, deren Existenz und deren Aufenthalt in Afghanistan wird peinlich verschwiegen. Und “unterstützt” wird dieser schon gar nicht, denn Deutsche wollen vor allem eins: unschuldig sein.

So ist diese amerikanische Sprache ein ewiger Affront gegen die deutsche Seele.
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Abschied vom Sonderweg

Dienstag, 4. März 2008

Knapp sechzig Jahre gibt es inzwischen die Bundesrepublik Deutschland. Wie stabil ist sie?

Wir, die Verteter der absoluten Zeitgenossenschaft, wie wir einmal in anderem Zusammenhang genannt wurden, haben ein Problem. Wir sehen die knapp sechzig Jahre, die es die Bundesrepublik gibt, als Beweis genug, dass es sie immer geben wird. Und zwar so: leicht langweilig, eine Weltprovinz, ein wenig ängstlich, aber hochstabil. Acht Bundeskanzler hatten wir in sechzig Jahren und neun Bundestrainer. Da fragen Sie aber mal in Italien nach!

Wir sind Anhänger der, wie der Ökonom sagt, adaptiven Erwartungen: Die Zukunft wird so, wie die Vergangenheit schon war.

Aber, um beim Fussball zu bleiben: Dieses Land mag gut sein im oberen Tabellendrittel, aber wie sieht es im Abstiegskampf aus?
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