Archiv für die Kategorie „Irak“

Die Welt ist eine Mattscheibe

Mittwoch, 2. Januar 2008

Medienkritik von links: Walter van Rossum lässt die Katze aus dem Sack

Den Autor Walter van Rossum mag ich eigentlich ganz gern. Das heißt: Ich mochte ihn ganz gern. Vor drei Jahren machte Rossum mit seinem Buch “Meine Sonntage mit Sabine Christiansen” die gleichnamige Moderatorin fertig und das auf eine so schöne Weise, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen mochte. Lange bevor die FAZ auf die Idee kam die Titel der Christiansen-Sendung als völlig ausreichendes Psychogramm der trüben deutschen Seele abzudrucken, hatte Rossum den Laden als TV-Endlosschleife aus der Produktion des “Juste Milieu” entlarvt.

Die damals schon sichtbaren Tendenzen von Rossums, sich als Sprachrohr der Gewerkschaften und der Linkspartei zu gebärden wenn es um die Wirtschaftspolitik geht, übersah ich, schließlich ist ALLES besser als die Phrasen der Henkels und Hundts.
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Irak spiegelverkehrt

Dienstag, 7. August 2007

Ist im Zweistromland doch alles ganz anders?

Wo steht dieser Satz?

“Ramadi ist ein irritierender Widerspruch zu fast allem, was die Welt über die Situation zu wissen glaubt. Ramadi ist ein Beleg dafür, dass das US-Militär erfolgreicher ist, als es die Welt wahrhaben will. Ramadi zeigt, dass große Teile des Irak, nicht nur die Anbar-Provinz, auch viele andere ländliche Gegenden entlang Euphrat und Tigris heute so gut wie befriedet sind.”

Nein, es ist nicht der “Weekly Standard”, das publizistische Schlachtschiff der sogenannten Neocons.

Es ist der “Spiegel”.
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German Angst

Donnerstag, 12. April 2007

Selbstkritik war einmal die größte Stärke des Westens – übriggeblieben davon ist ein leeres Ritual

Ich kenne Menschen, die mit großer Distinktionsfähigkeit ausgestattet sind. Mit Bestimmtheit unterscheiden sie in ihrem täglichen Leben zwischen Gut und Böse, zwischen dem, was sie wollen und dem, was sie ablehnen. Sei es bei Filmen, Turnschuhmarken, Musik, Jeans, Freunden. Ein kleines fehlerhaftes Detail: Und diese Jeans geht nicht mehr, oder dieser Mensch hat ausgespielt und wird nicht als seinesgleichen akzeptiert. Komischerweise versagt bei diesen Menschen, es handelt sich zumeist um großstädtische Milieus um die 30, in der Politik dieses hoch ausdifferenzierte Bewertungssystem völlig. Nicht nur einmal musste ich mir auf Berliner Partys Weltsichten anhören, die mich erschaudern ließen, und zwar von Menschen, die ich sonst schätze. Diese Weltsicht geht so: Ja, vieles ist von Übel auf der Welt, Kriege, Hunger, Ungerechtigkeit. Es gibt Kim Jong-Il und Ahmadenidschad und George Bush. Aber irgendwie hängt alles mit allem zusammen und letztlich sind alle die gleichen Banausen, große Unterscheidungen zwischen den Weltbanausen lohnen nicht. Ahmadenidschad=Bush. Im Zweifelsfall aber ist Bush noch schlimmer als Ahmadenidschad. Atomwaffen für Iran? Wieso? Israel hat doch auch welche. Iran=Israel. Ahmadenidschad ist gefährlich? Wieso? Bush doch mindestens genauso. (more…)