Archiv für die Kategorie „Sport“

Nicht zum Chinesen gehen

Donnerstag, 3. April 2008

Sport und Politik sollte man trennen? Sport ist Politik!

Man muss es aussprechen: Es drohen olympische Spiele. Während damit begonnen wurde, den Doping-Saustall Tour de France auszumisten, dürfen die Spritzen-Sportler 2008 ihr Festival diesmal in Peking veranstalten.

Das ist das eine. Die andere unangenehme Seite der Spiele ist die: Es werden die ersten politischen olympischen Spiele seit 1936.

Und bevor er richtig dikutiert wird, ist er auch schon abgeblasen: der Boykott.
(more…)

Nike und Missgunst

Freitag, 24. August 2007

Amerika verliert die wichtigste Schlacht: Der DFB bleibt deutsch!

Was kostet der wichtigste Teil der deutschen Identität? Die Erinnerung an Fritz Walter und an das Wunder von Bern. An “aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen”. An München 1974, den Bomber der Nation. An Rom 1990 und Klinsi 2006?

Sie kostet genau 18 Millionen Euro. Pro Jahr.
Auf dieses Geld verzichtet der DFB. Freiwillig.
(more…)

Von der Kulturkampfindustrie

Dienstag, 26. Juni 2007

Die Friedrich-Ebert-Stiftung blickt in die Zukunft – und produziert eine Selbstauskunft des sozialdemokratischen Milieus

Darf ich mich vorstellen? Ich bin ein Teil der “Kulturkampfindustrie”. So nennt der SPD-Professor Thomas Meyer, der sich in der Sozialdemokratie um die großen Linien der Programmarbeit kümmert und außerdem noch Professor für Politikwissenschaft in Dortmund ist, Menschen, die den politischen Islam für eine große Gefahr im 21. Jahrhundert halten.

Die “Kulturkampfindustrie”, das ist nach Meyers Vorstellung ein offensichtlich weltweit äußerst einflussreiches Netzwerk von Menschen, die, völlig ohne Not, den Konflikt mit der “islamischen Welt” für ihre Zwecke anheizen. Die Bibel dieser “Kulturkampfindustrie” sei, so Meyer, “Der Kampf der Kulturen”, das berühmte Buch von Samuel P. Huntington.

Das alles führt Meyer in dem Papier “Kompass 2020 – Religion und Politik: Ein neu belebtes Spannungsfeld” aus. Meyer hatte den Auftrag, für die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Zukunftsprojektion über das Verhältnis der Religionen im Jahr 2020 zu schreiben.

Geschaffen hat er eine aktuelle Selbstauskunft des sozialdemokratischen Milieus, wo offensichtlich die ja berechtigte Selbstkritik des Westens längst zur ewig quälenden Frage zusammengeschrumpft ist: Sind wir letztlich nicht selbst Schuld, wenn “die anderen”, die dritte Welt, die “muslimische Welt”, uns hasst?

Meyer beantwortet diese Frage zumindest teilweise mit “Ja”. Es ist in den letzten Jahren klar geworden, dass viele Leute so denken, nicht nur in der Sozialdemokratie, deshalb ist Meyers Text ein Zeitdokument über das politische Denken des juste Milieu.
(more…)