Archiv für die Kategorie „Transport“

Der Türöffner

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Dreißig Jahre nach Mogadischu – Interview mit GSG-9-Gründer Ulrich K. Wegener

Gespräch mit Generalmajor Ulrich K. Wegener, Maritim-Hotel Bonn, 5.10.2007

JOST KAISER: Ich bin mit einer Boeing 737 hergeflogen. Wenn Sie das Flugzeug sehen, denken Sie sofort: Ah ja, so und so kriegt man die Eingänge auf?

ULRICH WEGENER: (lacht) Ach nein. Ich weiß natürlich schon, wie man so was macht, wobei die jetzige 737 ja eine ganz andere Maschine ist als die älteren Versionen.

J.K.: Haben Sie noch Kontakt mit Jürgen Vietor, dem Kopiloten der Landshut?

U.W.: Ja, sehr guten. Ich sehe ihn diese Woche wieder bei der Veranstaltung der Lufthansa zum 30. Todestag von Kapitän Schumann.

J.K.: Vietor ist nie wieder eine andere Maschine geflogen als die 737. Er konnte sich nicht umstellen, und wollte auch für größere Maschinen und die Menschen darin nicht die Verantwortung übernehmen.

U.W.: Dass er da sehr mitgenommen war, ist mir klar. Diese Tage in der Maschine müssen furchtbar gewesen sein. Er musste ja alleine die Verantwortung tragen, nachdem Schumann tot war.
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Bus- und Bettag in Kabul

Mittwoch, 26. September 2007

Die afghanische Leidenschaft für “Modern Benz” und “De Luxe Comfort”

Wenn man im Kabuler Busbahnhof in einen Bus steigt, dann ist es zumeist ein Mercedes-Benz der Baureihe O302, O303 oder O309, Alter zwischen 30 und vierzig Jahren. Die Afghanen beten diese Gefährte an. Die verblichenen Aufschriften der Uralt-Gefährte haben sie nachgemalt -­ und zwar mir Wörtern, die für sie am besten das offensichtlich gelobte, heiss geliebte Land, Deutschland, beschreiben: Reisedienst, Modern, Comfort, de luxe, Frankfurt oder München City und vor allem: Benz.
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Alptraum Bahn

Donnerstag, 19. Juli 2007

Wie ich einmal fast in Uwe-Karsten Heyes Alptraum endete

Ich bin in letzter Zeit viel Zug gefahren. Ich war in Baden, im Allgäu und im Oldenburgischen.

Der Zug will ja nicht mehr Zug sein, sondern Flugzeug, weil die Bahn einen Minderwertigkeitskomplex hat. Jetzt tragen sogar die Schaffnerinnen sogenannte Pillboxes, das sind Kopfbedeckungen aus den 50er-Jahren. Gerade hat die Lufthansa sie wieder eingeführt. Prompt hat sie auch die Bahn.

Dass der Zug nicht mehr Zug, sondern Flugzeug sein wollte, begann wohl in den späten 70er-Jahren mit dem Großraumwagen, der die Intimität des Abteils samt Butterbrotgeruch ablöste und bereits die Funktionalität der mobilen Angestelltenwelt vorwegnahm: Alle sassen in der gleichen Richtung und ausklappbare Tische für Laptops gabs ebenfalls, nur eben noch keine Laptops. Ein Großraumbüro auf Rädern.

Seit einiger Zeit werden auch Ansagen auf Englisch gemacht. Es ist ein Wahn der Bahnchefs zu meinen, man müsse Internationalität dergestalt unter Beweis stellen, dass beim jeweiligen nächsten Halt jeder Anschlusszug samt Stationen außerdem auf Englisch zu verkünden sei. “Next Stop Hannover Main Station, you have connecting trains to Münster via Osnabrück” - so geht das die ganze Zeit.

Bahnfahren sollte Ruhe sein. Doch Ruhe gibt es keine mehr. Ständig “erwartet” einen irgendein “freundliches Team”, das einen unbedingt mit einem Teller Suppe aus dem Sommerangebot “verwöhnen” möchte. “Team”, “verwöhnen”. Probieren Sie doch mal, kommen Sie, in den Bordtreff, wo unser “Service-Team Sie gern erwartet”. Es ist ein Graus.
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