Archiv für die Kategorie „Vergangenheit“

Magazin-Journalismus

Freitag, 15. Mai 2009

Ein Magazin des G-36-Sturmgewehrs hat ca. 30 Patronen. Ich bin jetzt wieder da und was da so alles los ist beim Bund, dazu werde ich später was sagen. Nur soviel: ich denke jedenfalls bei Sturmgeschütz der Demokratie nicht nur mehr an den Spiegel aus Hamburg. Sondern auch an die Panzerhaubitze 2000. Auch der Vorwurf, Journalisten dürfen nicht in Uniform rumlaufen wird noch besprochen. Keine Angst.

Israel und die Linke

Dienstag, 13. Januar 2009

Neulich las ich  - im Internetportal “Perlentaucher” – die Schlagzeile: “Gaza-Krieg: Linke versagt”.

Beglückt dachte ich: Endlich sagt’s mal einer, genau, richtig. Die Linke hat schließlich ihre Erfahrung gemacht mit Totalitarismus, auch und vor allem mit dem eigenen, die Linke wird ein Gemeinwesen namens Israel, einem liberalen, pluralistischen und demokratischem Staat zur Hilfe kommen, wenn dieser von einem neuen Totalitarismus namens Hamas, Djihadismus oder Hizbollah oder sonstwie angegriffen wird. Dann wäre die Linke bei sich. Dann suchte ich den Artikel. Und dann ging es nicht um die westeuropäische Linke und den Gaza-Krieg, sondern es ging mal wieder um die israelische Linke, die in der kriegslüsternen Mittelmeernation nicht genug tue, um den Kriegstreibern in den Arm zu fallen.

Uns soll immer eingeredet werden, hier wären halt zwei Kriegsparteien ineinander verkeilt, die grundsätzlich gleich schlecht oder gleichgut seien.

Thomas Avenarius hat in einem absolut irren Artikel in der “Süddeutschen” diese Haltung noch auf die Spitze getrieben, indem er westlichen Politikern vorwirft, sie würden zu große Sympathie für eine Kriegspartei zeigen, nämlich Israel:

“Wenn zum Beispiel der Nahost-Beauftragte Tony Blair beim israelischen Verteidigungsminister
Ehud Barak die Chancen einer Waffenruhe in Gaza auslotet, herzen sich
die beiden vor den Kameras nach Männerart: Schulterklopfen, breites Lachen. Wenn auch noch Israels Außenministerin Tzipi Livni auftaucht, gibt es kein Halten mehr für die westlichen Diplomaten: EU-Außen-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner tauscht Küsschen nach Damenart, EU-Chef-Außenpolitiker Solana schließt sich kavaliersmäßig an. (…)

Was wäre, wenn nun der Hamas-Hardliner Machmud Zahar auftauchen würde? Gäbe es für den anderen Gaza-Kombattanten auch Schulterklopfen, Küsschen?”

Tja, das ist die Frage. Dass die Antwort selbstverständlich nein lautet, und dass sie deshalb ohne großes Nachdenken nein lautet, weil der Westen für das westlich geprägte Israel vielleicht sogar etwas wie Sympathie empfindet – eine Sympathie, die es eben schwerfällt für eine Vereinigung zu empfinden, die den Westen samt Israel, könnte sie es, wegbomben, bzw. in ein Kalifat verwandeln würde – auf diese Idee kommt Avenarius nicht. Das Problem ist: auf diese Idee kommen auch viele andere nicht.

Pro-Palästina-Demonstration, 10.1. Berlin. Eine arabische Famile rückt ab. Durch den Hauptbahnhof Berlin hallen Parolen, einer skandiert, alle anderen antworten im shout/response so etwas wie “Tod Israel”. Der Familienpatriarch geht vorneweg, dahinter die Frau mit Schleier, dann das Kind mit Plakat: “Gaza=Holocaust”

Mir ist es unverständlich wie Leute, die auf linksdeutsch in solch “patriarchalen Strukturen” daherkommen, ernsthaft damit rechnen können, von linken Demonstranten, von einem Teil der akademischen Jugend Unterstützung zu erfahren.

Bereits hier lag ein Hauch von politischem Totalitarismus über der Szenerie. Ganz abgesehen davon, dass man sich fragt: Wo sind eigentlich die ganzen Batallone von Kindesmissbrauchs-Anprangerern, wenn man sie braucht? Wenn das kein Kindesmissbrauch ist, kleine Jungs mit großen Hassplakaten durch die Strassen zu schicken.

Djihad! Gesundheit.

Zum Glück geht’s auch so:

60 Jahre deutsche Neurose

Donnerstag, 15. Mai 2008

60 Jahre Israel: zwischen Schwärmerei und brüsker Ablehnung. Kurze Geschichte einer Obsession

2003 gab die EU-Kommission eine Umfrage in Auftrag, die nichts anderes ergab, als dass Israel wohl so etwas wie eine Großmacht sein muss. Offensichtlich allerdings nur eine Fernsehgroßmacht, die unablässig den Fernsehkasten vollmacht.
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Get Carter!

Freitag, 2. Mai 2008

Die amerikanische Nervensäge: Jimmy Carter spielt Weltpolitik – wie schon zu seiner Amtszeit als US-Präsident

Was von Jimmy Carter zu halten ist, das hat der Größte unter den Grossen, Helmut Schmidt schon ganz früh gewusst.

Dass Carter zur Zeit durch den Nahen Osten irrlichtert und mit der Hamas spricht, davon phantasiert, die Hamas würde Israel anerkennen, was diese umgehend und logischerweise sofort dementiert (”Niemals!”), das passt zum Mann aus Georgia.

Der hat immer schon auf die Erdnuss bekommen: Zu Recht.
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Sauberer Antikapitalismus

Montag, 21. April 2008

Franziska Drohsel will die Sprache der Linken ändern, um das ausdrücken zu können, was auch Nazis denken

Es gibt Menschen, die stehen morgens auf und sofort meldet sich die quälende Frage zu Wort, mit der sie schon am Abend zuvor ihren unruhigen Schlaf gesunken sind: Wie kann ich dem internationalen Finanzkapital den Garaus machen, wenn ich es wegen der Sache mit den Juden nicht mal so nennen darf? Wie den Kapitalismus fertig machen, wenn auch die Nazis gegen ihn waren? Wie kann ich wie ein Nazi reden, ohne einer zu sein?

Es ist das klassische deutsche Problem.
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Die “DDR”

Donnerstag, 16. August 2007

Unrechtsstaat, Diktatur – oder “autoritärer Sozialismus”?

Der Axel-Springer-Verlag hatte 1987 eine schlechte Idee. Er schaffte die berühmten Anführungszeichen ab und schrieb statt “DDR”, ironiefrei DDR.

Ein Fehler und noch dazu ohne Not begangen kurz vor dem Mauerfall. Springer hatte recht: Weder war die “DDR” demokratisch noch eine Republik (es sei denn man benützte das Wort, um den Gegensatz der Republik zur Monarchie zu kennzeichnen).

Nur deutsch. Ja, das war sie, die “DDR”.

Lassen wir die Springer-”DDR” für einen Text wieder aufleben.

Dankbar ist man für den neuen Mini-Historikerstreit um den Schießbefehl. Denn jetzt weiß man zum Beispiel wieder, wo die Linkspartei herkommt und was der Herr Bartsch, Bundesgeschäftsführer der Partei, für einer ist. Bartsch ist der Meinung, es könne keinen Schießbefehl gegeben haben, denn der hätte gegen geltende Gesetze der “DDR” verstoßen.

Mit derselben Argumentation könnte man der Meinung sein, Pressezensur könne es nicht gegeben haben, denn die war in der Verfassung der “DDR” auch nicht vorgesehen.
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Stammeln in Stammheim

Mittwoch, 1. August 2007

Auch ein Opfer der RAF: die Sprache

Es gibt die Basement Tapes von Bob Dylan, die White-House-Tapes von Richard Nixon und jetzt auch noch die Stammheim-Tapes von Andi Baader.

Wirklich Neues vom RAF-Wahnsinn erwartet niemand. Die Bänder “historisch” zu nennen, darauf kommt nur, wer sich tief in den RAF-Schrott hineingewühlt hat, so dass er alleine nicht mehr heraus findet. Dass “Ulrike”, damals sagte, man vertraut nur dem Vornamen, und sich mit Ensslin überworfen hatte - hier ist für Historiker noch ein Beweis. Doch welche Historie ist das? Wozu wird sie braucht?

Offensichtlich gibt es bereits eine Art Binnengeschichtsschreibung der RAF, betrieben von hochspezialisierten RAF-Archiv-Wühlern, die so etwas interessiert.

Es werden sich im RAF-Historien-Fetischismus, der sich immer mehr dem Nazi-Geschichtsschreibungs- Fetischismus nähert, sicher noch viele neue Fragen ergeben. Was der Führer vor seinem Selbstmord aß, wissen wir. Spaghetti mit Tomatensoße. Was aß eigentlich Baader vor seinem Untergang?
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Außen vor

Dienstag, 19. Juni 2007

Wenn es etwas zu bemängeln gibt an den Liberalen, dann ist es dies: Die traditionelle Partei der Außenpolitik hat zurzeit keine

Im März war ich in einem Zirkuszelt, wo Hans-Dietrich Genscher seinen achtzigsten Geburtstag feierte. So als hätten sie es geahnt, hatten die Liberalen den ewigen Außenminister gleich zur lustigen, irgendwie apolitischen Grundausstattung der Republik verklärt und den Pullunder zu seinem prägnantesten Kennzeichen gemacht: Die Kellner trugen allesamt das ärmellose Textil.

Den ganzen Abend wurde über die Verdienste des Mannes geraunt und angesichts des Gedröhnes, fragte man sich irgendwann: Worin liegen die jetzt eigentlich genau?

Ich möchte keine Majestätsbeleidigung betreiben, aber Genschers Hauptmerkmal war eben, dass er immer da war. Zugegeben, er hat nicht viel falsch gemacht, aber zugegeben: Konnte er das überhaupt?

Wir haben in Deutschland immer Glück gehabt mit der Auslese des politischen Personals und Genscher hat da keine Ausnahme gemacht.

Aber deutsche Außenpolitik lag in Zeiten des Ost-West-Konflikts eben auch ziemlich fest. Die Westbindung wurde durch die Ostpolitik Brandts erweitert, Deutschland hatte, wenn überhaupt, eine diplomatische Mittlerrolle (die Genscher meisterlich ausfüllte), stand aber fest an der Seite der USA. Deutschland war einbetoniert in die Statik des Ost-West-Konflikts. In dieser Weltprovinz Bundesrepublik konnte man sich recht wohl fühlen, Beton gibt ja auch Sicherheit.

Genscher hat die mögliche deutsche außenpolitische Rolle gut ausgefüllt, doch viel Spielraum hätte er gar nicht gehabt.

Trotzdem oder gerade deswegen wurde er zum Inventar der Republik. Der gelbe Pullunder. Wir erinnern uns gern an ihn, denn als er noch durch die Welt flog, lag Deutschland geschützt wie ein Embryo im Mutterschoß der Westbindung. Bewacht und in seiner Freiheit garantiert durch die Vereinigten Staaten.
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Schwarz-Weiß-Denken

Montag, 11. Juni 2007

Vielen fällt es schwer zu sagen: Ich hatte Unrecht, der andere hatte Recht. Ganz besonders vielen fällt es schwer, wenn der Rechthaber Ronald Reagan heißt

Der wie immer unterhaltsame Sprecher begann seine Ausführungen, wie so oft, mit einem Witz, ein “underground joke” aus der Sowjetunion: “Warum würde die Sowjetunion auch bei freien Wahlen Einparteienstaat bleiben?” Die Antwort: “Weil jeder der Oppositionspartei beitreten würde.”

Im Verlauf der Rede führt der amerikanische Präsident Ronald Reagan aus, dass Länder, die “nicht auf die Bedürfnisse ihrer Bürger reagieren, obsolet werden”, dass die Sowjetunion gerade dabei sei, eine technologische Revolution zu verpassen. “In einem ironischen Sinne hatte Karl Marx Recht mit seiner Behauptung einer revolutionären Situation. Doch diese findet nicht in den freien, demokratischen Ländern statt, sondern in der kommunistischen Welt.”

Schließlich prophezeit Reagan, dass der Marxismus-Leninismus auf “dem Müllhaufen der Geschichte” landen würde.

Gerade begehen wir den 20. Jahrestag der Rede Reagans vor dem Brandenburger Tor. Doch das, was er dort sagte, hatte er schon fünf Jahre vorher gesagt. Und zehn Jahre vorher. Er hatte es eigentlich sein ganzes politisches Leben lang gesagt und eben auch an jenem 8. Juni 1982 vor dem britischen Parlament. Die Rede ist als “Evil Empire”-Rede in die Geschichte eingangen, denn einmal bezeichnet Reagan die Sowjetunion als “totalitarian evil”.

Reagan hatte Recht. Seine hysterischen Kritiker hatten Unrecht. Daran muss man heute erinnern.
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68er ermordeten Romy Schneider!

Donnerstag, 24. Mai 2007

Neues vom Wahn: Die Linken haben noch was angestellt – sie verhagelten uns die “Sissi”-Filme und ihre Darstellerin

In Deutschland zu leben, heißt im Irrenhaus zu leben und Berlin ist die Gummizelle: das weiß man. Wolfgang Koeppen hatte für Bonn einst das Wort “Treibhaus” gefunden, aber das war nichts gegen Berlin. Was hier im Ideen- und Thesentheater im angeblichen geistigen Zentrum Deutschlands vor sich hin und ausgedacht wird, da wünscht man sich das unaufgeregte Bonn zurück.

Zur Obsession der Nazi-Aufarbeitung hat sich hier, das ist das Thema der Berliner Republik, längst als Co-Wahn die Aufarbeitung der 68er im Allgemeinen und der RAF im besonderen gesellt.

Keine neue Erkenntnis, kein geöffnetes Archiv ist notwendig, um in immer neuen Wellen über – je nach Geschmack – die Verdienste oder die Verbrechen (darunter machen es die so genannten Neo-Bürgerlichen nicht) “der 68er” zu reden, frei projeziert auf jedes Opfer das sich anbietet.

Und da man sich automatisch auf die Seite der Schwächeren stellen sollte, möchte ich mich heute dem inzwischen nur noch unbegreiflichen Wahn der Anti-68er zuwenden.
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