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Alptraum Bahn

Donnerstag, 19. Juli 2007

Wie ich einmal fast in Uwe-Karsten Heyes Alptraum endete

Ich bin in letzter Zeit viel Zug gefahren. Ich war in Baden, im Allgäu und im Oldenburgischen.

Der Zug will ja nicht mehr Zug sein, sondern Flugzeug, weil die Bahn einen Minderwertigkeitskomplex hat. Jetzt tragen sogar die Schaffnerinnen sogenannte Pillboxes, das sind Kopfbedeckungen aus den 50er-Jahren. Gerade hat die Lufthansa sie wieder eingeführt. Prompt hat sie auch die Bahn.

Dass der Zug nicht mehr Zug, sondern Flugzeug sein wollte, begann wohl in den späten 70er-Jahren mit dem Großraumwagen, der die Intimität des Abteils samt Butterbrotgeruch ablöste und bereits die Funktionalität der mobilen Angestelltenwelt vorwegnahm: Alle sassen in der gleichen Richtung und ausklappbare Tische für Laptops gabs ebenfalls, nur eben noch keine Laptops. Ein Großraumbüro auf Rädern.

Seit einiger Zeit werden auch Ansagen auf Englisch gemacht. Es ist ein Wahn der Bahnchefs zu meinen, man müsse Internationalität dergestalt unter Beweis stellen, dass beim jeweiligen nächsten Halt jeder Anschlusszug samt Stationen außerdem auf Englisch zu verkünden sei. “Next Stop Hannover Main Station, you have connecting trains to Münster via Osnabrück” - so geht das die ganze Zeit.

Bahnfahren sollte Ruhe sein. Doch Ruhe gibt es keine mehr. Ständig “erwartet” einen irgendein “freundliches Team”, das einen unbedingt mit einem Teller Suppe aus dem Sommerangebot “verwöhnen” möchte. “Team”, “verwöhnen”. Probieren Sie doch mal, kommen Sie, in den Bordtreff, wo unser “Service-Team Sie gern erwartet”. Es ist ein Graus.
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