Die Würde des Amtes? Welche?
Freitag, 23. Mai 2008Warum zwei Bundespräsidenten-Kandidaten nichts und niemanden “beschädigen”
Der Rationalisierungswahn bringt auch einmal gute Verschläge zutage: Vor Jahren kam die Idee auf, das Amt des Bundespräsidenten in dem des zweiten Mannes im Staate, des Bundestagspräsidenten, aufgehen zu lassen. Kurzum: Das Amt des Mannes, der kaum etwas zu melden hat, aber um den umso mehr ein Mythos von der angeblichen Kraft der Rede verbreitet wird, abzuschaffen.
Der Gedanke ist klar: Die Aufgabe des Bundespräsidenten, die ewige Sonntagsrede, die Rolle des notorischen “Mahners und Warners”, der angebliche “unbequeme Wahrheiten” ausspricht ist kein Vollzeitjob – das, was Günter Grass von diesem umfangreichen Aufgabenfeld noch übrig lässt – nicht viel – das kann der Bundestagspräsident an einem Tag in der Woche erledigen.
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