Ich bin für John McObama
Mittwoch, 13. Februar 2008Es herrscht Wahlkampf in den Vereinigten Staaten. Und hierzulande? Was sagt uns die deutsche Obamania?
Mein Nachbar hatte 2003, als Amerika Irak befreite noch einen “Fuck Bush!” Plakat im Fenster hängen. Jetzt hängt dort ein selbst gebasteltes Obama-Plakat. Gemeint ist offensichtlich dasselbe. Obama: Ein deutsches Missverständnis unter so vielen, wenn es um Amerika geht.
Die Idee, mit Obama begänne etwas Neues, Reines, Ungesehenes wird natürlich von Obama selbst in den USA verbreitet. Nur hier ist sie Teil einer rituellen, alle vier Jahre statt findenden mystischen Aufführung, die die Neuerfindung der USA zum Inhalt hat.
Kein Mensch in den USA stört es, dass Obama angedroht hat “die Sache in Pakistan selbst in die Hand zu nehmen”, wenn Musharaff weiter ein Doppelspiel mit dem Westen spielt und die paschtunischen Taliban gewähren lässt.
In Deutschland hingegen wird erwartet, dass Obamas zweiter Vorname Ghandi ist und die U.S.S. Independence nach seinem Amtsantritt als Seniorenwohnheim in Miami vor Anker geht.
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