Artikel-Schlagworte: „RAF“

Stammeln in Stammheim

Mittwoch, 1. August 2007

Auch ein Opfer der RAF: die Sprache

Es gibt die Basement Tapes von Bob Dylan, die White-House-Tapes von Richard Nixon und jetzt auch noch die Stammheim-Tapes von Andi Baader.

Wirklich Neues vom RAF-Wahnsinn erwartet niemand. Die Bänder “historisch” zu nennen, darauf kommt nur, wer sich tief in den RAF-Schrott hineingewühlt hat, so dass er alleine nicht mehr heraus findet. Dass “Ulrike”, damals sagte, man vertraut nur dem Vornamen, und sich mit Ensslin überworfen hatte - hier ist für Historiker noch ein Beweis. Doch welche Historie ist das? Wozu wird sie braucht?

Offensichtlich gibt es bereits eine Art Binnengeschichtsschreibung der RAF, betrieben von hochspezialisierten RAF-Archiv-Wühlern, die so etwas interessiert.

Es werden sich im RAF-Historien-Fetischismus, der sich immer mehr dem Nazi-Geschichtsschreibungs- Fetischismus nähert, sicher noch viele neue Fragen ergeben. Was der Führer vor seinem Selbstmord aß, wissen wir. Spaghetti mit Tomatensoße. Was aß eigentlich Baader vor seinem Untergang?
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68er ermordeten Romy Schneider!

Donnerstag, 24. Mai 2007

Neues vom Wahn: Die Linken haben noch was angestellt – sie verhagelten uns die “Sissi”-Filme und ihre Darstellerin

In Deutschland zu leben, heißt im Irrenhaus zu leben und Berlin ist die Gummizelle: das weiß man. Wolfgang Koeppen hatte für Bonn einst das Wort “Treibhaus” gefunden, aber das war nichts gegen Berlin. Was hier im Ideen- und Thesentheater im angeblichen geistigen Zentrum Deutschlands vor sich hin und ausgedacht wird, da wünscht man sich das unaufgeregte Bonn zurück.

Zur Obsession der Nazi-Aufarbeitung hat sich hier, das ist das Thema der Berliner Republik, längst als Co-Wahn die Aufarbeitung der 68er im Allgemeinen und der RAF im besonderen gesellt.

Keine neue Erkenntnis, kein geöffnetes Archiv ist notwendig, um in immer neuen Wellen über – je nach Geschmack – die Verdienste oder die Verbrechen (darunter machen es die so genannten Neo-Bürgerlichen nicht) “der 68er” zu reden, frei projeziert auf jedes Opfer das sich anbietet.

Und da man sich automatisch auf die Seite der Schwächeren stellen sollte, möchte ich mich heute dem inzwischen nur noch unbegreiflichen Wahn der Anti-68er zuwenden.
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Das Gift der RAF

Samstag, 7. April 2007

Auch 30 Jahre nach dem Deutschen Herbst fordert die Terrortruppe Opfer: wenn auch nur intellektuelle

Vor dreißig Jahren wurde der Generalbundesanwalt Siegfried Buback ermordet. Normalerweise würde es jetzt losgehen, das deutsche Erinnerungstheater. Indes, es läuft schon. Schuld daran sind Klar und Mohnhaupt. Und weil die Talkshows schon seit Wochen heiß laufen, kann man inzwischen schon eine Zwischenbilanz des RAF-Erinnerungsjahrgangs 2007 ziehen. Die letzen zwei Opfer der RAF heißen Gerhart Rudolf Baum und Claus Peymann. Von beiden wird gern in diesen Tagen gesagt, auch 30 Jahre danach sei die Zeit nicht aufgearbeitet. Wie immer verwechseln die Protagonisten ihre spezielle Befindlichkeit mit der allgemeinen. Baum und Peyman haben IHRE Siebziger noch nicht aufgearbeitet. In Wirklichkeit gibt es nichts aufzuarbeiten. Die meisten Deutschen sind wahrscheinlich der Meinung, und das zurecht, die RAF sei eine Mörderbande gewesen, und zwar von Anfang an. Irre, die wirklich geglaubt haben, und zwar ausgerechnet in der glücklichsten Ära der Bundesrepublik (ach käme sie wieder!), diese sei ein faschistischer Staat. Peymann findet wohl tatsächlich immer noch: Ja, das hat man damals tatsächlich glauben können, denn: Klar, aber auch er selbst, Peymann, seien Angehörige einer “tragischen Generation.” Was meint er damit? Tragik, das klingt nach unausweichlicher Verstrickung, nach Verlust der Entscheidungsfähigkeit, nach griechischem Drama, nach düsteren Kräften, gegen die man nichts ausrichten kann und die einen in den Untergrund hätten ziehen können. Was aber war an der Generation Klar/Peymann tragisch? Die Antwort lautet selbstverständlich: nichts.

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