Archiv für die Kategorie „Jubiläum“

Thriller mit dem Mund

Montag, 3. November 2008

Vor 25 Jahren erschien Michael Jackson’s Album “Thriller”, bis heute über 60 Millionen Mal verkauft und Jackson’s Durchbruch vom R&B zum Elektropop. Der Videoclip zur gleichnamigen Single sprengte damals die 13-Minuten-Marke und wurde ob seiner Gruseloptik ins Nachtprogramm verbannt. Danaben ist der Song vielleicht der lächerlichste auf dem Album, aber eben doch eine haushohe Wegmarke eines Stars, der damals zum Megastar wurde. Der junge Franzose François Macré hat sich insgesamt 350 Stunden Zeit genommen, um den knapp 6 Minuten langen Track auf insgesamt 64 A-cappella-Spuren nachzubauen.

François Macré - Thriller (reprise A’cappella 64 pistes)

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Alban sagte nein zu Lenny

Freitag, 10. Oktober 2008

Hatte auch ohne Lulu genug zu tun: Leonard Bernstein 1955

Am 24. August 2008 wäre Leonard Bernstein 90 geworden. Da der Termin aber in die sogenannten Theaterferien fiel, geht es allerorten jetzt erst los mit den Konzerten zu Ehren des legendären Dirigenten, Komponisten, Pianisten und Lehrers. Er war eine der großen Gestalten im Musikbetrieb, wie er das heutige “Business” von Anfang an oft abschätzig nannte. Nach dem Fall der Berliner Mauer änderte er bei einer Aufführung von Beethovens Neunter kurzerhand den Text von Friedrich Schillers “Ode an die Freude” in “Ode an die Freiheit” (”Ich bin sicher, Beethoven würde uns zustimmen”). Vielleicht gibt es deshalb in Berlin-Hellersdorf sogar ein Gymnasium mit seinem Namen (leider heißt die Schule seit Anfang September 2008 wegen einer Fusion nur noch „Neues Gymnasium“).

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Die letzte Rebellion ist fast erwachsen

Mittwoch, 24. September 2008

Heute vor 17 Jahren landete Nevermind auf den Theken der Plattenläden und veränderte die Rockmusik für immer. Nirvana hatten damals die Trophäe des Punk wieder in die USA geholt, zu lange hatte Großbritannien sie zu Hause rumstehen. Dass die komplette Bewegung, von Hardcore bis Alternative Rock, durch Nevermind im Mainstream landete, das sollte man feiern? Dass die vorerst letzte Jugendbewegung, die noch irgendwie ein Durcheinander anrichtete, mit der ersten Goldauszeichnung für dieses Album ihr Ende fand, kann man das ernsthaft hochhalten?

“Was sollen wir jetzt tun, Kurt?”, so hörte man es unterschwellig aus jeder Kehle, die Cobain nach seinem Tod versuchte, das Wasser zu reichen. Noch immer ist niemand in Sicht, der den Teen Spirit so gut fassen, bündeln und aus dem tiefsten Rachen in die Welt schreit. Rock ‘n Roll wird gerade zur Rentnersache und an die Jungen weitergegeben mit Bedacht, Belesenheit und Guitar Hero. Das könnte es - mit fünfzehn Jahren Distanz auf das Ende gesehen - also tatsächlich gewesen sein mit der Rebellion durch Gitarren. Bitte jetzt keine Schweigeminute!

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