Der amerikanische Komponist Steve Reich erhält den diesjährigen Pulitzer-Preis für Musik. Die mit 10.000 Dollar dotierte Auszeichnung wird ihm für sein Werk “Double Sextet” verliehen. In der Jurybegründung heißt es, dass Reichs Werk durch seine “Fähigkeit, eine Anfangsenergie in eine breit angelegte musikalische Form zu transferieren” überzeugt habe.
Die Kollegen von der US-Vanity Fair haben die “10 Best Political Videos You’ve (Probably) Never Seen” zusammengestellt. Auf Platz 1 der Liste: Präsident Richard Nixon spielt sein selbst komponiertes Klavierkonzert. Nicht mehr brisant, aber auch nicht uninspiriert.
Die Berliner Philharmoniker werden am 6. Januar zum ersten Mal ein Konzert in voller Länge live im Internet übertragen und von da an mehr als 30 Konzerte pro Saison. In der neuen Digital Concert Hall kann man ab jetzt schon Karten kaufen, Einzeltickets kosten knapp 10 Euro, ein Saisonticket 149 Euro. Damit gehen die Berliner Philharmoniker als erstes Orchester weltweit den konsequentesten Schritt ins Netz und geben damit auch der Musikstudentin in New York die Möglichkeit, bei einer Aufführung live dabei zu sein.
Man möchte meinen, die elektronische Musik bringt das erste große globale Musizieren zustande. Aber der gemeinsame Nenner scheinen dann doch die handgemachten Töne zu sein. Youtube ruft zusammen mit dem London Symphonic Orchestra unter Leitung von Dirigent und Komponist Tan Dun dazu auf, sich auf den Hintern zu setzen und zu üben, um Teil des ersten YTSO (YouTube Symphony Orchestra) zu werden.
Deutschlands derzeit erfolgreichster Klassikpianist Martin Stadtfeld im Interview. Seiner Leidenschaft für Bach, Beethoven und Schubert lässt er im Spiel wie im Gespräch freien Lauf. Er hat eine Mission: Klassische Musik ist notwendig - denn in ihr herrscht kein Zeitgeist, der uns auf die Probe stellt. Regelmäßig setzt Stadtfeld sich mit Schülern zusammen und lotet aus, welche Antworten die großen Komponisten auf ihre innersten Fragen und Gefühle haben. Gerade erschienen ist seine Einspielung des “Wohltemperierten Klaviers” von Johann Sebastian Bach. Für seine letzte CD mit zwei Schubert-Sonaten hat er kurz nach unserem Gespräch den Echo Klassik bekommen, sein vierter mittlerweile.
Marcel Reich-Ranicki hat das Publikum der Gala zum Deutschen Fernsehpreis übel vor den Kopf gestossen und die Millionen (wenn es hoch kommt) vor dem Bildschirm mal wieder verblüfft. Denn auch nach dem Abspann der Sendung war vielen immer noch nicht klar: Wer ist dieser Rostropowitsch?
Hatte auch ohne Lulu genug zu tun: Leonard Bernstein 1955
Am 24. August 2008 wäre Leonard Bernstein 90 geworden. Da der Termin aber in die sogenannten Theaterferien fiel, geht es allerorten jetzt erst los mit den Konzerten zu Ehren des legendären Dirigenten, Komponisten, Pianisten und Lehrers. Er war eine der großen Gestalten im Musikbetrieb, wie er das heutige “Business” von Anfang an oft abschätzig nannte. Nach dem Fall der Berliner Mauer änderte er bei einer Aufführung von Beethovens Neunter kurzerhand den Text von Friedrich Schillers “Ode an die Freude” in “Ode an die Freiheit” (”Ich bin sicher, Beethoven würde uns zustimmen”). Vielleicht gibt es deshalb in Berlin-Hellersdorf sogar ein Gymnasium mit seinem Namen (leider heißt die Schule seit Anfang September 2008 wegen einer Fusion nur noch „Neues Gymnasium“).
Musik ist, wenn man hinhört. Bernhard Lermann, allem verfallen, was sich Geräusch nennt, und in den frühen Neunzigern leidenschaftlicher Fanzinemacher, hört sich für uns um.