Die Berliner Philharmoniker werden am 6. Januar zum ersten Mal ein Konzert in voller Länge live im Internet übertragen und von da an mehr als 30 Konzerte pro Saison. In der neuen Digital Concert Hall kann man ab jetzt schon Karten kaufen, Einzeltickets kosten knapp 10 Euro, ein Saisonticket 149 Euro. Damit gehen die Berliner Philharmoniker als erstes Orchester weltweit den konsequentesten Schritt ins Netz und geben damit auch der Musikstudentin in New York die Möglichkeit, bei einer Aufführung live dabei zu sein.
John Cleese musste neulich zugeben, dass sein ehemaliger Monty-Python-Kollege Michael Palin “nicht mehr der lustigste Palin” ist. Bei aller Dramatik, die ihre Niederlage hatte, Sarah Palin könnte zu schnell vergessen sein und in genau drei Jahren ohne politischen Makel in einen neuen Wahlkampf gehen. Man verdrängt ja so gerne die unangenehmen Dinge …
Der New Yorker Jazzpianist Henry Hey hat seinen Beitrag geleisten, “La Sarah” unsterblich werden zu lassen und eines ihrer TV-Interviews auf dem Klavier begleitet:
In Magazinen über Musiker und professionelle Musikproduktion sieht man sauber abgestaubte Studios voll mit tadellosem Equipment und Alu-Mac-Türmen, in der Ecke eine Zimmerpflanze, auf dem Parkettboden vor dem Mischpult rollen die Chefsessel von links nach rechts. In einer solchen Umgebung haben Musiker wie Anders Trentemøller, Paul Kominek (a.k.a Turner, a.k.a. Pawel) oder aktuell Girl Talk ihre Glanzstücke nicht zusammengebastelt. Nicht einmal an einem Mac, dem angeblichen Kreativ-Flagschiff schlechthin. Sondern auf ihrem Windows-Rechner, teils voll mit gecrackter Software und meistens portabel.
Wenn Amerika immer noch das Land ist, das die Tür zu irgendetwas aufstösst, das wir dann erst später zögernd betreten, wenn wir nicht gerade betreten zögern, dann ist die Ära der Politikverdrossenheit und der knappen Wahlergebnisse vielleicht seit gestern vorbei. Ein guter Schluß eines langen Stückes, nicht unbedingt wegen des Ergebnisses und dem, was danach kommt (auf eine rauschende Nacht folgt die Ausnüchterung), sondern weil ein großes Volk wie mit einer Stimme geprochen hat. Selbst ein Leonard Cohen, der in seinen Songtexten gerne die ein oder andere Apokalypse herauf beschwört, kommt nicht daran vorbei, der Demokratie und den Leuten, die sie in Anspruch nehmen und brauchen, seinen Respekt zu zollen.
“Democracy” vom schönen Album “The Future” (1992) hat Leonard Cohen noch auf seiner diesjährigen Tour zum Besten gegeben. Auch die gesprochene Version ist kein Freudentanz, aber umso eindringlicher.
Vor 25 Jahren erschien Michael Jackson’s Album “Thriller”, bis heute über 60 Millionen Mal verkauft und Jackson’s Durchbruch vom R&B zum Elektropop. Der Videoclip zur gleichnamigen Single sprengte damals die 13-Minuten-Marke und wurde ob seiner Gruseloptik ins Nachtprogramm verbannt. Danaben ist der Song vielleicht der lächerlichste auf dem Album, aber eben doch eine haushohe Wegmarke eines Stars, der damals zum Megastar wurde. Der junge Franzose François Macré hat sich insgesamt 350 Stunden Zeit genommen, um den knapp 6 Minuten langen Track auf insgesamt 64 A-cappella-Spuren nachzubauen.
Marcel Reich-Ranicki hat das Publikum der Gala zum Deutschen Fernsehpreis übel vor den Kopf gestossen und die Millionen (wenn es hoch kommt) vor dem Bildschirm mal wieder verblüfft. Denn auch nach dem Abspann der Sendung war vielen immer noch nicht klar: Wer ist dieser Rostropowitsch?
Hätte man es ihm zugetraut? Paul McCartney, musikalisch aktivster noch lebender Beatle veröffentlicht in den nächsten Wochen seine dritte LP unter dem Pseudonym “The Fireman”, ein elektronisch ambitioniertes Nebenprojekt, das Sir Paul schon seit zehn Jahren zusammen mit Youth betreibt, dem ehemaligen Bassisten der Industrial-Väter Killing Joke und aktuell auch Produzent des schon lange erwarteten neuen Albums der Guns N’Roses, “Chinese Democracy”.
Videos drehen können wir mittlerweile alle, Youtube wächst jeden Tag um zig GB. Aber es gibt in dem Bereich auch noch Leute, die sich immer etwas mehr Gedanken ums bewegte Bild machen und was man damit anfangen kann. Eclectic Method kommen aus dem Umfeld der Multimediaperformer Emergency Broadcast Network, die unter anderem 1992 für die visuellen Effekte auf der ZooTV-Tour von U2 verantwortlich waren. EBN-Mitglied Greg Deocampo hat jetzt zusammen mit drei Video-DJs aus London den Song “Don’t Stop” der amerikanischen Industrialrocker Innerpartysystem schön bebildert, eine hektische Hommage “an unsere TMZ-Kultur”, wie sie es selbst nennen. Doch damit nicht genug, kann man mit einem von den Künstlern entworfenen, erstklassiken Remix Widget selbst den Monitor zum Flimmern bringen.
Hunde, die bellen, sprechen alle dieselbe Sprache. Sollte man meinen. Auf der Website Bzzzpeak muhen, krähen, summen, quaken Kinder aus aller Welt mit dem ihnen eigenen lokalen Akzent. Ein Klick auf die mit Flaggen eingefärbten Tiersilhouetten spielt die kurzen Soundfiles in bis zu 18 landestypischen Variationen ab (den Pfeil zum Weiterblättern beachten!)
Unser “Wauwau” klingt in Russland eher nach “Goff”, der südkoreanische Löwe gibt scheinbar ein Geräusch von sich, wie ein Bahnschaffner, der die nächste Station ansagt. Das “Iii-aaah” des Esels kommt dagegen überall auch so an. Große Unterschiede und viele Gemeinsamkeiten, also ganz so, wie die Bewohner im globalen Dorf sich auch in anderen Alltäglichkeiten zeigen. Eine schöne Idee.
Was wir aber jetzt immer noch nicht wissen: Versteht Lassie es, wenn Struppi sie als “couille molle” beschimpft? (more…)
Die Nachricht dazu ist längst überall gelaufen: Keyboarder und Songwriter Richard Wright ist im Alter von 65 Jahren an Krebs gestorben. Er war der, der auf den Bandfotos halt immer irgendwie dabei stand, der sich auf die spacigen Töne spezialisiert hatte, der George Harrison bei Pink Floyd, sozusagen. Er war berufsbedingt nicht vorne am Mikrofon. Wenn er sang, dann im Background, bei all den strahlenden Songs der großen Band, die es jetzt nicht mehr geben kann.
Musik ist, wenn man hinhört. Bernhard Lermann, allem verfallen, was sich Geräusch nennt, und in den frühen Neunzigern leidenschaftlicher Fanzinemacher, hört sich für uns um.