Archiv für die Kategorie „Nostalgie“

Meine Rausschmeißerplatte: Horizon 222 - Beyond The Horizon (Mother Of Everything)

Donnerstag, 12. November 2009

So wie ich das sehe, bin ich gerade das einzige redaktionelle Element auf dieser Website. Ich und die Bilder der Woche, wir rocken hier das Business bei Vanity Fair Online Deutschland. Wir sind noch übrig. Vor fast 3 Jahren saß ich zusammen mit einem ziemlich fähigen und quirligen Team und als rechte Hand der Chefredaktion und der Geschäftsführung an der Entwicklung dieser Seite. Es ist mir eine Ehre, dass ich den Platz unter dem goldenen Logo noch besetzen durfte.

Trotzdem wird es mir hier langsam etwas zu ruhig. Als DJ würde ich jetzt eine Rausschmeißerplatte auflegen und danach mit meiner CD-Kiste unterm Arm nach einer Mitfahrgelegenheit Ausschau halten. Dazu gibt es im Netz noch keine Entsprechung oder um hier mal endlich Diedrich Diederichsen zu zitieren: “Wie klingt Facebook?” Es klingt ununterbrochen und deshalb irgendwie gar nicht gut - noch nicht. Mein letzter Beitrag von dieser Seite aus soll deshalb ausgesucht sein, eine nach oben gespülte Perle.

Horizon 222 haben keinen Wiki-Eintrag und bei Last.fm gerade mal 240 Hörer bisher. Die “Search Saturation” bei Google ist dürftig, niemand kümmert sich richtig um ihr digitales Erbe, das 1992 mit dem Album “Through the Round Window” beginnt und zwei Jahre später schon wieder verblasst. Ihr Bild wirkt im Netz von heute wie ein schlecht archiviertes Foto oder ein Buch, das einem fast in der Hand zerbröselt. Digitaler Abrieb, so etwas gibt es natürlich nicht. Nichts geht verloren, warnen uns ja die Facebook-Skeptiker. Aber hier bleibt alles dürftig, obwohl sämtliches Material von Horizon 222 den stilistisch ähnlichen aber viel bekannteren Acts wie The Orb, Orbital oder Future Sound of London das Wasser reichen kann. Ihr Sound ist schwül und flirrend, gehörig Dub-lastig und oft versetzt mit verfremdeten Sprachsamples, was ja heute leider kaum noch einer macht.

Gute Nacht!

How to Smack My Bitch Up

Dienstag, 22. September 2009

Drei Loops aus dem berüchtigten Dancefloor-Furor von Prodigy, woher sie kommen und wie sie verbogen wurden. Anschaulich dargestellt mit einfachsten Mitteln:

(via Metafilter)

Riff-Reise

Montag, 7. September 2009

Gitarrenlehrer Brodie Cumming spielt hier 100 berühmte Rock-Riffs am Stück in knapp acht Minuten runter. Weniger eine Zirkusnummer als eine schöne Einkaufsliste, alle Titel findet man auf seiner Website.

Bohemian Rhapsody von Old School Rechnern gespielt

Montag, 20. April 2009

Alte Computer interpretieren noch älteres Hitgut. Klingt erst mal nur nach hohem Nerdlevel, aber hier hört es sich tatsächlich wunderschön an:

(via)

Vinylverkäufe legen zu

Samstag, 3. Januar 2009

Das liest sich wie aus einer anderen Zeit, aber es ist wahr: Der Absatz von Vinyl hat sich im letzen Jahr fast verdoppelt. Bei näherem Hinsehen macht es jedoch Sinn. Die digitale Musik gibt es ohne viel Aufwand umsonst, Umsätze machen damit nur Wenige. Plattenfirmen suchen Alternativeinnahmen durch Konzerte und exklusive Vinylauflagen. Und wer die unbedingt will, greft auch gerne tiefer in die Tasche. Was in der Statistik noch gar nicht auftaucht: Gebrauchte Platten sind relativ günstig zu bekommen, auf dem Flohmarkt bekomme ich das Stück für 1-2 Euro, bei iTunes kostet ein Song 99 Cent. Warum also nicht für die alten Nummern, die man sowieso nicht oft hört, mal den Plattenspieler andrehen? Apple möchte, dass wir unsere ganze Musik mit uns herumtragen. Warum eigentlich?

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Grace for Christmas

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Wenn ich noch CDs verschenken würde, ich wüsste in diesem Jahr nicht viel, was sich gut unter dem Baum machen würde. Leute, die Grönemeyer hören, kenne ich kaum welche. Und irgendwie ist eine Best-Of mit einem Kind drauf vor Weihnachten schon eine Unverschämtheit. Er ist es auch noch selbst …

Guns’n Roses schon eher, aber die Fans kennen die Platte schon seit zwei Jahren. Metallica gehört nicht zum Weihnachtsfest für mich, eher was für Ostern, als Überraschungsalbum taugte es 2008 jedenfalls nicht schlecht. Das Jahr hat viele schöne Releases gesehen, Spiegel Online hat die meisten davon vorgestellt. Aber wer mich fragt, dem empfehle ich ganz klar “Hurricane” von Grace Jones. Wer mir nicht vertraut, kann sich bei 3vor12 davon überzeugen, hier gibt es einen Stream vom ganzen Album. Nicht geschenk, aber umsonst.

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Die meiste Musik ist doof

Sonntag, 26. Oktober 2008

“Abschalten!” hat Peter Lustig am Ende seiner Sendung immer gesagt. Abschalten ist eine Kunst. Manche wollen aber erst gar nicht anschalten. Ich nicht den Fernseher und Marc Schürmann, Autor vom Magazin “Das Magazin”, ganz und gar keine Musik. In einem Text unter der Überschrift “Musik ist doof” erklärt er uns sich selbst, das musiklose Phänomen, und mag damit manche irritieren und verstören. Am Ende denkt man sich vielleicht: Na und?

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Materialmangelerscheinungen - “The Clash – Live at The Shea Stadium” & “Revolution Rock”

Montag, 20. Oktober 2008

Einer oft angebrachten Weisheit nach ist Punk in dem Moment zugrunde gegangen, als die erste Punk-Platte erschien. Die Bewegung hatte ihre Geburtstunde, wie viele andere Rockstile auch, auf der Bühne. Im richtigen Moment im Publikum gestanden zu haben, daran wird man noch heute gemessen. Mit drei Akkorden und befreiendem Lärm liessen sich damals zwar hervorragende Studioplatten aufnehmen, aber eine gut funktionierende Liveaufnahme der Sex Pistols, Ramones oder eben von The Clash sucht man vergebens in den Bestenlisten. Trotzdem hat SonyBMG gerade wieder einen Versuch unternommen, das Beste aus dem rauszuholen, was Joe Strummer und seine Kollegen uns hinterlassen haben.

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Die Welt dreht sich seit sie besteht

Freitag, 10. Oktober 2008


Kopf hoch, das wird schon wieder (Foto: ap)

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Die letzte Rebellion ist fast erwachsen

Mittwoch, 24. September 2008

Heute vor 17 Jahren landete Nevermind auf den Theken der Plattenläden und veränderte die Rockmusik für immer. Nirvana hatten damals die Trophäe des Punk wieder in die USA geholt, zu lange hatte Großbritannien sie zu Hause rumstehen. Dass die komplette Bewegung, von Hardcore bis Alternative Rock, durch Nevermind im Mainstream landete, das sollte man feiern? Dass die vorerst letzte Jugendbewegung, die noch irgendwie ein Durcheinander anrichtete, mit der ersten Goldauszeichnung für dieses Album ihr Ende fand, kann man das ernsthaft hochhalten?

“Was sollen wir jetzt tun, Kurt?”, so hörte man es unterschwellig aus jeder Kehle, die Cobain nach seinem Tod versuchte, das Wasser zu reichen. Noch immer ist niemand in Sicht, der den Teen Spirit so gut fassen, bündeln und aus dem tiefsten Rachen in die Welt schreit. Rock ‘n Roll wird gerade zur Rentnersache und an die Jungen weitergegeben mit Bedacht, Belesenheit und Guitar Hero. Das könnte es - mit fünfzehn Jahren Distanz auf das Ende gesehen - also tatsächlich gewesen sein mit der Rebellion durch Gitarren. Bitte jetzt keine Schweigeminute!

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