8. Februar 2009

Im Auge des Sturms: Cuba Libre

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Ich hasse es, über Geld nachzudenken. Im Idealfall hat man nur damit zu tun, wenn man es ausgibt. Als mein Finanzberater Michael K. mit der Verschärfung der Bankenkrise im letzten Herbst plötzlich häufiger anrief als meine Ex-Frau (und mindestens genauso gekonnt jammerte), hatte ich die Nase voll: Ich rief meinen Kontakt in der kubanischen Botschaft an, bat um die rasche Ausstellung eines Visums und setzte mich nach Havanna ab - als Exilkubaner der etwas anderen Art.

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15. Oktober 2008

Zurück aus dem Off

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Vier Wochen in der Einsamkeit gewesen. Wer einen klaren Kopf bewahren will, muss von Zeit zu Zeit den Informationszufluss, die Dauerversorgung mit Neuem kappen. Erst recht, wenn in der Heimatstadt das größte Volksfest der Welt tobt. Ich habe mich in die Natur Kroatiens begeben, die ich schon im Kindesalter - damals aber noch als Schmetterlingsjäger und Mineraliensucher - schätzen lernen durfte. In seiner Sprache reiht der Kroate gerne etliche Konsonanten aneinander. Seine Natur ist genau so: Ziemlich schroff.

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2. September 2008

Träge und unendlich dumm

Für einen professionellen Müßigänger ist der Urlaub die obligatorische Überstunde. Deshalb habe ich mich vorige Woche in mein Lieblingshotel am Lago Maggiore begeben und meinen Freund Umberto, einen etwas unterkühlten alteingesessenen Mailänder Stoffhändler, in seinem Feriendomizil besucht. Mitten auf dem See gerieten wir in eine Meinungsverschiedenheit. “Das würde ein echter Italiener nach 12 Uhr mittags niemals trinken”, mokierte er sich und deutete auf den Cappuccino, den ich mir gerade in der Küche seines Bootes gekocht hatte. “Das Fett in der Milch macht träge und unendlich dumm.”

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25. August 2008

Das alte, traurige Lied: Express yourself!

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Madonna hüpft Seil beim Tourneestart in Cardiff (c) Getty Images

“Sie ist gedrängt vom Zwang, permanent scheinbar neue Effekte zu produzieren, die sich in Wirklichkeit als mechanische Reproduktion massenkulturell standardisierter Bausteine der Konsumgesellschaft herausstellen”, schreibt Prof. Dr. Laurenz Volkmann schon 1999 . Und: “Der von Madonna und ihren Bewunderern vollzogene konstante Kleiderwechsel wäre demnach zu vergleichen mit der Substitution eines alten Waschmittels durch eines mit noch verbesserter Strahlkraft.” Eine Existenz, die man angesichts ihres gerade gefeierten Fünfzigsten fast schon tragisch nennen könnte.

[Nachtrag: Die immer um Service bemühte Redaktion bat mich Ihnen mitzuteilen, dass Sie hier weitere Bilder von Madonnas Tourneeauftakt anschauen können.]

21. August 2008

Auf die Gesundheit - oder die Mode!

Wenn ich “Krokodil” und “Mode” hier hinschreibe, werden Sie an einen bequemen Pullunder oder ein unverwüstliches Polohemd von Lacoste denken. Einige von Ihnen allerdings werden an sich hinunterblicken und folgende Quadratlatschen aufs Neue entdecken:

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18. August 2008

Stilregel Nr.1

Katze vermisst

Passen Sie auf fremde Sachen auf.  Und duzen Sie niemals Ihr Publikum. ( Es sei denn, Sie sind Udo Jürgens und schwitzen in einen Bademantel.)

11. August 2008

Herr, es ist Zeit …

Dank einer ausgefeilten Logistik schließt sich Jahr für Jahr direkt an das Sommerloch eine weitere besinnliche Zeit an: die Weihnachtssaison. Der Gourmet-Handel lockt mit Zimt-Geschenkideen, die Discounter machen Platz für Spekulatius und Sarah Ferguson, Herzogin von York, reitet in London auf einem grünen Elefanten.

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8. August 2008

Das Iphone ist an allem schuld

In einer Kolumne der New York Times geht der Autor David Brooks der Frage nach, warum man als ambitionierter Pseudo-Intellektueller keine Sau mehr mit Kafka- und Derrida-Zitaten beeindrucken kann. Seine etwas steil formulierte These: Die Kultur ist tot und das Iphone schuld. Die einst schlagkräftigen Coolness-Codes des Bildungsbürgertums hätten sich abgenutzt und dem Gerede über Myspace, Smartphones und Hochhäusern für die Hosentasche Platz gemacht. Ich behaupte: Es liegt an Kafka und Derrida. Zitieren wir doch einmal Oscar Wilde: “Ich habe herausgefunden, dass Alkohol - in ausreichender Menge genossen - alle Effekte der Trunkenheit hervorrufen kann.” Merken Sie, wie cool ich noch bin?

5. August 2008

Wettschulden sind Ehrenschulden

Wenn die entsprechenden Getränke gereicht werden, verliert jede noch so akademische Männerrunde an Niveau. Ich saß gestern mit einigen befreundeten Rotariern bei einem Glas 2002er Shiraz und erzählte zu fortgeschrittener Stunde von meiner neuen Nebenbeschäftigung als Blog-Autor. Ob denn nicht das Sexvideo von Paris Hilton ein Blog sei, wollte einer wissen. Später kam es zu einer Wette, die ich - wie ich heute im Brockhaus nachlas - leider verlor. Mein Einsatz: Ich zeige Sexbilder von Paris Hilton in meinem “tollen neuen Blog”. Verzeihen Sie mir also, wenn ich zu einem rabulistischen Trick greife und Ihnen diese Fotos zeige:

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4. August 2008

Frauen machen dicht - und Männer weiter

Wer aparte Frauengesichter mag, kommt derzeit in München nicht auf seine Kosten: Während die Leopoldstraße voll ist von Damen, die auf große insektoide Sonnenbrillen setzen, wimmelt es in der Maximilianstraße von urlaubenden, vollständig vermummten Araberinnen mit der Kreditkarte ihres Mannes. Ein befreundeter Uhrenhändler spricht gar von Hamsterkäufen bei seinen Luxusstücken. Da loben wir uns den Mann, der mit Gleichmut seit Jahren die Wayfarer zur Frisur und die Frisur zur Wayfarer trägt:

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